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Vorth eile beim Bierbrauen.

Verfolg.

Wenn die Weingahrung beinahe ihren höchsten Punkt erreicht hat," so unterbricht man sie dadurch, daß man die Flüssigkei­ten auf Fässer füllt, folglich die Masse zec- theilt und adkühlt, dadurch die schweren Theile Freiheit bekommen, sich aus dem Gewühls der Gährunq abzufondern und niederzusinken, die leichtern Hefen aber durch da» öftere Auffüllen der Fässer zum Spundlsche hinauf zu steigen. Durch diese gedoppelte Ausscheidung wird alle» erdige Ferment au-gestossen, wovon da» Getränk unangenehm schmecken oder verderben könnte. Da in der Gährung die au» der Würze aufsteigende fixe Luft so schwer ist, daß sie über dem Bottige einige Spannen hoch, tvie unbeweglich stehen bleibt, und sich in umgekehrte Bouteillen schöpfen läßt, um ein schalgewordeneö Bier damit in wenig Stunden wieder zu beleben und trinkbar zu machen, so hält diese fixe Atmosphäre die gemeine Luft von der Bierfläche ab, welche sonst alles Geistige geschwind auflösen und verflüchtigen würde. Wenn ein brennen­des Licht in diese ftre Luft gesenkt, und also die gemeine Luft verhindert wird, die Flamme von unten hinauf zu heben, so löscht das Licht aus und der Mensch kann nicht darin leben. Daher kann man im Sommer kein so starkes Bier verfertigen, als im Winter, weil sich im Sommer, son­derlich gegen die Letzte gar zu viel weingei- fiige Theile verflüchtigen. Daher schließt man das Bier in Fässer und gläserne Bou. ttiden ein, da denn die Weingährung in dem Augenblicke wieder anfängt , wenn es von der Wärme und der Luft berührt, und von neuem durchdrungen wird. Die kühle Temperatur der Kcller, welche das Holz der Bierfässer in einem solchen Zustande er­hält, daß durch die Schweißlöcher des Höl­ze» und durch den Spund dis geistigen

Tlmle nicht verfliegen, oder neue Gährun- gen im Fasse entstehen können, ist ein nothwendiger Umstand,' und man erhalt dir allgemeine Absicht, das Bier eine ge­wisse Zeit hindurch vollkommen zu behal­ten, damit es sich durch das Liegen ver­bessere, wenn man die inner? Fläche der Biertonnen mit unverbranntem Pech über­zieht, wodurch das Bier zugleich einen an­genehmen Geschmack gewinnt, und gesun­der wird.

Daher verderben in heißen Sommern, welche auch die Kellerluft wiewol später und langsamer verdünnen, die auf» beste verschlossenen Biertonnen, weil das Holz von den Feuchtigkeiten der Luft nicht mehr gesättigt, und geschmeidig gehalten wird. Es ist bekannt, daß sich die Temperatur auch der besten, gewölbten Keller allemal nach der Slrassenwärme richtet, und bloS um einige Grade geringer ist, dem Eintre­tenden aber sehr kühle vorkommt. So ver­fliegen destilirte Flüssigkeiten aus den Fas. fern viel eher als aus Gläsern. Desto eher verflüchtigt starke Sonnenhitze die wenigen Geister im Biere, und wenn diese fort sind, so wird es sauer, und der entzündbare Geist wird in der Masse zu einem unentzündba­ren Grundstoffe. Hingegen verdicket die Kälte, je mehr sie sich dem Gefrierungs- punkte nähert, die Masse, und ihre Nei­gung zum Verdunsten; und ein wirklicher Frost koncentrirt die geistigen Flüssigkeiten, indem er von dec Oberfläche der Gefässe anfängt, die wässrigen Theile zu Eis zu machen, und die geistigen Theile nach der Mitte zu treiben, wo sie stark genug im Haufen sind, um dem Froste zu widerste­hen So koncentrirt der Frost ein dünnes Bier zu einem starken.

Die Einführung des Thermometers bei dem Geschäfte der Brauerei, fand lange Zeit in England Widerspruch. Man ver­mischte