Ausgabe 
8.10.1796
 
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man daher auf eine Kanne Würze em bis zwei Pfund Honig nimmt, so erhalt man ein vortrefiich-s Futter. Man kann sich auf 3 bis 4 Wochen in Vorrath setzen/ und es auf neue Krüge oderLläserne Bouteillen ziehen/ und an einem kühlen Orte aufbe­wahren. Des doppelten Durchseihens und behutsamen Abklärens vhnerachlet/ kann sich unten doch etwas Dickes ansetzen. Man kann es daher einige Tage/ nachdem es auf Bouteillen gezogen worden/ nochmals behutsam abklären , jedoch ist dieser Bo- )ensatz für die Bienen gar nicht schädlich. Sleibi er aber unter jenem / so kann er leicht Zahrung verursachen; daher das Abklären dennoch gut ist.

Zur Reinigung und Stärkung vor und nach der Fütterung, wie auch wenn zu häufige Näscher oder Krankheiten/ das Arzeneien nolhmendig machen / nimmt man für 6 Pfenn Sternannis, schneidet ihn so fein wie möglich, thut ihn in einen irdenen Deckeltopf, der hiezu allein bestimmt bleibt, und laßt ee 24 Stunden wohl zugedeckt stehen. Alsdenn nimmt man 2 Pfundrei- nen geseimten Honig, und i Pfund Zu. ckerkandis , läßt es auf gelindem Feuer zer- gehen / schäumet es ab, gießt es durch ein reines Tuch, und bewahrt es an einem küh­len Orte zum Gebrauch auf. Dies wäre also ein Mittel, Honigarmes Volk vom Tode zu retten. Es lasse sich aber ja nie­mand zu dem superokonomischen Einfall verleiten, daß er den Bienenden kostbaren Honig nehmen, und dagegen Malzsyrup füttern wollte; denn nur bei aufferordent- lichcm Honigmangel muß man zu künstli­chen Fütterüngemitteln seine Zuflucht neh­men. Der reine Honig, den die Bienen selbst aus den Blumen saugen / ist ihr be­stes Nahrungsmittel z und das beste Prä­servativ gegen alle ihre Uebel.

Auch eine Brodfütterung hat bei dem Lirnenstynde statt. Man nimmt Fute

Weißhefen, und gießt reineS Wasser dar­auf, rührt alles wohl durch einander, unv läßt die Hefen sich wieder setzen. Dann wird das Wasser abgegossen, und dies thut man so oft, bis die Hefen den größten The»! der Bitterkeit verlohren haben. Ist dies geschehen, so giebt man zu einer Kanne Hefen ein halbes Pfund Zucker. nimmt man von dem feinsten Waizenmeh^ wie es zu Milchbrod verbraucht wird, nach Proportion so viel, als man Brod für die hungrigen Bienen nöthig hat, und in die- fts Mehl wird von den zubereiteten Hefen fo viel mit Wasser vermengt gegossen, daß der daraus geknetete Teig gehörig in dre Höhe geht; und je lockerer er wird, desto besser ist er zu diesem Zweck zu gebrauchen. Aus diesem Teige werden dann längliche Brodte gemacht, welche im Backofen so lange backen müssen, bis die Rinde des Brods dunkelgelb wird, und das Brod ausgebacken ist. Sobald dieses erfolgt ist, wird das Brod aus dem Ofen genommen, und wenn cs wegen der Hitze thunlich, mit­ten von einander geschnitten, und auf die Brosamen desselben reiner geseimter Honig eingegossen, wobei man auf zwei Pfund Brod eine halbe Kanne Honig rechnet. Der Honig wirb sodann das Brod, weil es noch warm ist, durchziehen.

Der Verfolg im nächsten Stück.

Edlktalvorlavttng.

Alle diejenige, welche an den eine Zeitlang dahier sich aufgehaltenen, «m 22ten Merz 1795. in des Rathrschöffen Herrn Buschen Behausung Hierselbst ver­storbenen Syndicum und Regierungsad- vorat Ludwig Arncldi, von Trarbach, eine rechtmasiae Forderung zu haben vermeinen, werden i hiermit peremtorie vorgeladen, daß vor mir EndeSunterschriebenen sie auf Donnerstag den izten dieses Nachmittags um 2 Uhr erscheinen/ ihre Forderungen ge. hörig