Ausgabe 
8.10.1796
 
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Etwas fär Bienenfreunde.

Den besorgten Bienenwirthen geschieht p-ohi kein unangenehmer Dienst, wenn sie an eine gesunde und wohlfeile Bienenfut- lerung erinnert werden. ist der zwar schon bekannte, aber nicht immer gebrauchte Malzsyrup. Die Bereitung des Malzsy- rups geschieht so : Man nimmt zwei ge­häufte Berliner Viertel in der Luft ge­trocknetes Waizenmalz, läßt es gröblich schroten, mischt es mit heißem Wasser em, daß es wie ein Brei wird, und schüttet diese Meische in einen Stellbottig. Auf diese Meische gießt man 3 Eimer zu zwölf Berliner Maas siedend heißes Wasser, und läßt es eine Stunde zugedeckt stehen. Hier­auf wird es abgezapft und in ein Gefäß gegossen, worin es sich setzen muß. Es wird sauber abgeklärt und gekocht, w»e man Würze oder Weerth zu kochen pflegt. Diese Würze gießt man in ein Gefäß, worin fit sich setzen und abkühlen kann. Dann seihet man sie durch einen wollenen Lappen, daß alle Mehltheile zurückbleiben, und sitzt fit abermals ans Feuer- Sobald sie zu ko­chen anfängt, nimmt man zu zwe» Maas Würze l Pfund Honig, thut solches m den Kessel und läßt beides zusammen unter be­ständigem Abschäumen bis auf zwei Drtt- theil einkochen Wenn man es haben kann, so nimmt man frische Würze von Broyhahn, un) verfährt damit, wie gesagt ist.

Hierdurch bekommt man eine Speise, die den Dienen nicht nur zur hinlanglrch.'n Nahrung dient, sondern sie auch stärkt, und sehr zur Brut reizt. Ein bekannter Die- nenpfieger schreibt von der Zubereitung die­se« Malzsyrups so:Auch haben mich dre Bienen noch einen Honig zu bereiten ge­lehrt. Wenn ich Luftmalzbier machte, fanden sie sich an den Bütten ein , worin die erste und süßeste Brühe vom Malze ge- standen, und sogen die Feuchtigkeit auf. Ich ließ daher etwas Waizen zum Malze

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bereiten , und an der Luft sauber trocknen, daß es keine Katzen verunreinigen konnten. Aus diesem getretenen Malze zog ich mit kochendem Wasser die Süßigkeit aus, fei» Here es durch, und ließ es bis bald zur Honigdicke einkochen, wie man bei dem Methkocheu verfährt. Weil es nun viele Unreinigkeiten unhaltbar machten, wenn ich es auch vollends zum Syrup eingesotten, ss dachte ich auf Remigungsrnmel, die auch den Bienen unschädlich waren. DaS Weisse von Eyern, so zu Bchaum geschla« gen worden, wird sonst dazu angewendet, wenn man es mit kochen laßt. Da dieses aber zum Bienenfutter nicht dienlich ist, so goß ich zu ohngefehr läTheilen obigen Malzsaftes euren Theil guten Honig, und ließ solches einige Wallen aufkochen, als» dann durch em wollenes Tuch laufen, und endlich zum Syrup vollends einsieden. Hier half mir der Honig den Unrath eben so gut oben aufwerfen, als es sonst das Eyerweiß thut, und ich erlangte dadurch ein köstliches Futter für die Bienen."

Hieraus sieht man, daß bei Berei­tung dieser Fütterung vornemlich darauf ankommt, daß es rein zubereitetes Luft­malz sey, damit ee keinen Übeln Geruch habe, auch beim Schroten nicht zu mehligt werde, ferner, daß man es von den zurück­gebliebenen Mkhltheilen möglichst reinigen, und zugleich dafür sorgen muß, es den Bienen angenehm zu machen. Ob es übri­gens lauter Waizenmalz, oder nur zum Theil oder ganz Gerstenmalz sey, ist gleich­gültig, nur muß im leztern Fall die- ßigkeik, die das Waizenmalz mehr giebt, durch eine größere Quantität Honig ersetzt werden; fehlt es aber an Honig, oder wollte man ihn sparen, so thut Zucker die nemlichen Dienste. Ueberhaupt ist noch zu merken, daß die Portion Honig, 6ie hier angegeben wird, nur auf den äusser­sten Hsnigmangr! eingerichtet ist. Wenn man