gar nicht der Gefahr btt Erfrierens unterworfen , weil er am spätesten auöschlägt, und also am spatesten seinru Saft zum Umlauf hat.
In Ansehung btt Bodens aber hat man zu bemerken, daß der Aknziendaum Nasse und Morast nicht verträgt, in welchen doch Ellern, Weiden u- dgl. ambesten ihr Fortkommen haben. An den Rändern der Gräben, Flusse und Seen kann er wohl bestehen. In dürrem hochlregenden Sandboden geht dle Kiefer besser fort, als der Akazienbaum, und wenn er ja dahin ge- sezt werden soltte, so muß solches allenfalls im Herbste geschehen. Sollte aber der Regen im folgenden Frühjahre und Sommer ausbleiben, so wird er trauren oder wohl gar ausgehen. Kommt eraber inei- nem Boden solcher Art fort, so wird sein "Fortwachsen nur mäßig seyn und dasjenige von ihm nicht erwartet werden können, was man sich von ihm in einem weder zu nassen noch zu trocknen Boden zu versprechen hat.
Das Köpfen oder Abkröpfen der Akazien kann vom Herbst nach dem Abfall des taube» bis zum April hin unternommen werden. Muß man aber in der Folge auf Gewinnung des SaamensBedacht nehmen, so darf man nur hiezu eine oder die andere d.queme Stange sehen lassen, weil man von Stangen , die unter 4 bis 5 Jahre sind, keinen Saamen zu erwarten hat. Die Suamen tragenden Stangen werden dann zunzk h runter.gehauen , um die Saamen- schoten aufs bequemste abpstücken zu können.
Die Vtebfendbe,
Die Viehseuche, welche seit einiger Zeit in entferntem Gegenden Dentschlandes ihre Verheerungen ausserte, hat sich nun auch in den benachbarten Dorfschaften gezeigt, und macht mit Recht die Bewohner dieser Stadt aufmerksam. Ich will zuerst zur leichtern und richtigem Erkennung der Kennzeichen d^r Scuche, dieselben anführm, und dann
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von den besttn Anstalten ihr zu begegnen, reden. ' ,
1) Die Kennzeichen der Seuche sind folgende: Augen und Nasen triefen. Die Hornhaut der Augen wird entzündet, die Augen funkeln, die obere Lippe schrvillt auf, die untre hängt über und ist fast eMpsin» dungslos. Das Maul ist voller Feuchtigkeit und Speichel, das, Zahnfleisch entzündet, voller aufgelaufenen Adern, mit kleinen gelben Hitzblattern besezt, worauf ein allgemeines 'Wackeln der Zähne folgt. Der Odern riecht sehr übel, das Vieh schaudert, schläqbaucht, der Urin steckt, oder fliest häufig auch mit Blut untermengt , die M.lch vergeht, der Appetit hört auf, dat Vieh keicht, stöhnt, die Hörner erkalten und die Haare stehen in die Höhe. Anfangs ist Verstopfung da , darauf erfolgt em ungewöhnlich stinkender Durchfall.
2) Die besten Vvrbauungemittel sind nach Erfahrung folgende: Man lasse niemand der angestecktes Vieh besucht und berührt hat, (besonders wenn die Person wollene Kleider tragt, und sich nicht zuvor mit Essig gewaschen bat, ) in den Stall, worinnen gesundes Vieh steht. Erkrankt bat Vieh; so sollte es sogleich aus dem Ort in einen befonbem Pest - Stall gebracht, und von obrigkeitlich bestellten vereideten Leuten, die keine Gemeinschaft mit dem gesunden Vieh haben, nach Vorschrift gewartet werden. Für bat der Seuche verdächtige Vieh bestimmt man einen andern zur Stallung eingerichteten Schoppen, wo es die Quarantaine halten muß, wozu 8 Tage hinreichend sind, da sich die Seuche schon am 5, 6 Tag zeigt.
Das gesunde Vieh soll täglich mit Striegeln und Dürsten gereinigt, und gewaschen werden.
Folgende 2 Mittel sind sehr gut der Seuche vorzubeuqen. ■
♦ Man dörrt Wachbolderstauden in einem Backofen , zu dcm Grad, daß man sie


