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selbst krankes Bieh haken , oder die auch nur mit Personen umgehen, welche dergleichen besorgen , oder wenn meine Magd, öder wer mein Vieh besorgt, solchen Per. sonen zu nahe käme, so würde ich bei der Kur der wirklich eingetretenen Krankheit so schnell als möglich meine Zuflucht zu dem versüßten Quetsilber nehmen. Dies ist das Mittel auf welches Chieholm, Rush und andere in pestilenzjalischen ansteckenden Fiebern (zwar bei Menschen) am meisten halten.
Ich glaubte folgende Form tauglich: Versüßtes Queksilber, Campher, von jedem i Lott) , Salpeter 2 Loth , feinen Schwefel 4 Loth. Hieraus werden 24Pul- ver gemacht.
Von diesen gebe man r sogleich vom Erkranken des Thieres an, bis zu bestem deutlichen Besserwerden , einem großen Stücke alle 4 Stund eins, einem Mittlern alle 6 Stund, und einem Kalbe ( von 1 — 6 Monaten) alle 8 Stunden eines ein, mit Honig oder Meel zu einer Kugel gemacht.
Daneben lasse man von Weidenrinden einen Trank sieden, und schütte durch das Maul jedesmal auf das Pulver 1—2 Schoppen davon ein.
Sollte sich ein Durchlauf zeigen, so müssen auch Klystiere gegeben werden, wozu man Weidenrinden oder Sakbey, oder Tannenreiftr, oder Wermuth, auch wol eine Mischung aus diesen und ähnlichen Dingen machen könnte, wozu noch jedesmal' , Trinkglas voll oder mehr Essig genommen wird. Alle 4 bis 6Stund müße ein solches Clystier gegeben werden.
Man hat auch schöne Erfahrungen von der Bierhefen und dem Pulver von wol- ousgebrann'ten Kohlen: Von der Bierhefe alle z —4 Stund ein Löffel voll eingege- ben, laßt sich in der That etwas hoffen, so auch vom Kolenpulper, wenn man $>«--
von alle; —4 Stunden 1/2 Loth eingebm wollte. Der Probe sollten beide doch werth sepn.
Nur noch ein Wort von den Hauten der angegriffenen Thiere: Es ist allwege schade, so viel Leder begraben zu lassen: Politische Anstalten liessen sich doch wol vielleicht ausfündig machen, wie dergleichen verdächtige Haute nach langer Zeit noch könnten zu gute gemacht nmfreiT. Langes Aushängen in der Lust, langes Liegen in der Lohgrube, ein Lestaz von Kalchschwe- felleber u. d, gl. würde endlich die ansteckende Kraft, die solchen Kizern anklebl, zerstören.
Anzeige von öffentlichen DonesunZen über die Viehseuche
Die Seuche unter dem Rindvieh, welche unser Vaterland Heimsucht, und deren verderbliche Folgen sich nicht bloe auf die gegenwärtige Periode, sondern auch auf künftige Zeiten erstrecken , ist.von sv grosem und allgemeinen Interesse, daß die Verbreitung einer nähern Kenntnis derselben eben so wünschenswerth, als wichtig seyn muß. Unterzeichneter glaubt daher, keine unnü^e Arbeit zu unternehmen, wenn ec seine gelehrte Mitbürger, und alle diejenigen, welchen die Kenntnis von den Krank, beiten und der Pflege eines der nützlichsten Thiere nicht gleichgiltig ist, zu öffentlichen Vorlesungen über die Viehseuche einla- det. Die auswärtigen Länder und die Thierarzneyschulen, welche er auf erhaltenen höchsten Auftrag besuchte, und die Neigung , mit welcher er das Studium der Thierarzmykunde betrieb, veranlassen ihn, die Resultate seiner bisherigen Untersuchungen gemeinnützig zu machen.
Folgende Gegenstände werden in den Vorlesungen der Reihe nach ab^ehandelt werden.
i. Uetzer


