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Anfmunternng
Versuchen wirksamer Mittel gegen die herrschende ^ornviehseucht. Von D. WilhelmGottfried Ploncquer, profellbr der Medicm.
Wenn ich Hornvieh in einer Gegend hatte, wo die Seuche herrscht, wurde ,ch natürlich sehen, sie vorerst gegen dte Krank- heitzu verwahren, und zudem ^ndethrüs die von Herzoglicher Sanitats-Deputation Lu der Vorbauung angegebenen undvesoy- lenen Regeln in der Belehrung über die Hornviehseuche, Uebergalle genannt. Statt, gart 1796. befolgen, theils folgendes thun lassen:
Von jeher hat man vieles auf das Räuchern der Ställe, und auf da» Anhängen gewisser Dinge gehalten ; wenn nun insofern eines wie das andere dre Absicht hat, und haben muß, die ganze Stallat- wosphäre, aus welcher nun bei den bedenk. Uchen Zeiten das Vieh selten kommt, tn einen Zustand zu fe^nj der dem unbekannten Ansteckungs- (L>toff ungünstig zu senn angenommen werden darf, so muß man solche Mittel nicht versäumen.
Zu diesem Zwecke dienen: Bestreuen des Stalls mit Tannen»Nadeln. Tagt». rb?s Abreiben des Viehes am Bauche, diu* ckm und Kopf mit Wermuth, wozu für ^alicheö Stück besonders eine rechte Hand, voll, wo er zu haben ist, gebraucht werden könnte: Zu dem nemlichen Gebrauch würde Salbey, Beyfus, Rl^nfarn, oder ein anderes bitteres und riecheirde» Kraut dienen. Man könnte auch cm Stuck Leu- felvdrek dazu gebrauchen, oder Knoblauch. Terner würde ich täglich eine Portion von folgender Salbe auf dem Rücken, den Flanken und dem Kopf jeglichen Stücks verschmieren und einreihen lauen:
Queksilbersalbe 4?oth.
Schweselbalfam mit Terbenthinöl gemacht, HÜoth.
Terbenthinöl 8 Loch. Zusammen zu einer Salbe zu reiben.
Hievon, wie gesagt, müste täglich an 4— 5 Stellen der Körpers etwa ein paar Lhee- löffel voll elngerieden werden.
Und da wahrscheinlich die Ansteckung meist durch Maul und Nase geschehet, so würde ich täglich zmat einen Theelöffel voll an Maul und Nase vornen hinstrei- chen lassen. Da ferner die Ansteckung auch durch den Mastdarm geschehen könnte, so mag man auch einen etliche Hand breiten und langen Lappen nut der Salbe bestreichen, und oben an dem Schwanz befestigen , und so heravhangen lassen. Ec- wird weder am Stallen noch Misten hindern.
Tag und Nacht würde ich da- Dieh zudecken mit einem Sack, Aschentuch, alten zusarnmengenaheten Schürzen und dergleichen; diese Decken nehmen sodann auch die Salbe und den Geruch an, urchbehal- ten ihn lange. Von eben diesem Saiben- artigen Medicament würde ich täglich zmal 2 Theelöffel voll mit Meel zu einer Kugel gemacht, j.dcm Stück eingeben, einem großen etwas völliger, einem kleinen oder jungen etwas weniger. Fleisiges Salz ge» ben , mit Drod, Enzian und Wachholderbeeren , wie es in der angeführten Belehrung Sy. angegeben wird, ist allerdings auch dienlich. Man könnte auch manch- malen vier Theelöffel voll Salpeter oder Schießpulver beimischen.
Sollte dannoch, dieser Anstalten un- erachtet, was ich nicht hoffen wollte, das Unglück in meinen Stall kommen, sonderlich durch unvorsichtiges und fürwchiqeS heimliches Lauffen und Einschleichen in den Statt pvn solchen Leuten, hie entw.der


