i) Die Krankenpflege ist nicht gehörig. Das Haupt wird in einen unreinen kalten und feuchten Stall gebracht und mit verkehrten abgeschmackten Arzneoen behandelt.
2) Dtk Entscheidung der Krankheit geschuht nicht vollkommen , und Sei kost, baren Augenblicke, der Natur in dem kritischen Zeitpunkt zu Hülfe zu kommen, verstreichen ungenutzt.
. 3) Die Nachkur, welche in den meisten Fällen in paffenden Stärkungsmitteln besteht, wird unterlassen, Der Bauer bedient sich de- unnützen Zreßpulvers.
4) Die Diät, wenn die Verdauung«, krafte schwach, und der Appetit wie. der groö ist,, wird vernachlässigt und man läßt die Thiere sich- überfreffen. Ich weiß, daß ein Bauer seine genesene Kuh auf einem Kleeacker weiden lies und daß sie 12 Stunden darauf fiel.
Es ist daher kein Wunder, daß au- diesen häufig eintretenden Ursachen die scheinbar gesunden Thiere wieder krank werden und fallen; aber sie fallen nicht an einem wiederhohlten Anfall der Seuche, wenn auch vor dem Anfall wieder ein Fieber eintritt. Die Zeichenlehre bey dem Rindvieh ist überhaupt keine leichte Sache. Oft halten Leute ihr tvdtkrankes Vieh für ganz gesund, und andere ihr gesunde- oder mit einer andern Krankheit befälleneSVieh für seuchkrank und bringen es auf den Seuchplatz. Und nicht selten tritt auch der Fall ein, daß man eine vorhergehende Krank- heit z. B. Lungenentzündung, auch'wohl eine durch unzritiges Meviciniren erregte Unpäßlichkeit, oder eine nachherige Seuche, wie Maulweh, Lurrgenbrand, Milchbrand, für die Löserdörre gehalten hat» ? Allein diese Seuchen,. die maische, und noch eine kürzlich erschienene Anweisung rc. mit der Löserdörre vermengt haben, sind ihrer Na- tur nach ganz anders. Sie sind erysipela-
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löse Fieber, sind ohne Durchfall, find nicht ansteckend, lassen sich nicht oeuliren, und befallen mehr, als einmal.
v. Nebel.
Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.
i) Künftigen Donnerstag den 8. diese- Morgens io Uhr soll auf dahiefigem Rath* haus, dqs dem ehemaligen StockhauSver* Walter Stohr ast des, Teufels Lustgärtgen neben Zimmermann Herbert stehende Wohn» hauß öffentlich an den Meistbietenden verstrichen werden. Giessen den tten Deeember *796.
Fürstl. Hessisches Oberamt daftlbst.
2) Künftigen Donnerstag den 8» diese- Nachmittag» i Uhr soll in des verstorbenen Stockhaußverwalter Stohrs Behaußung WeibeNeidung, Brttweek, lein Schrank, Cartoffeln und gelbe Rüben an den Meist* bietenden verstrichen werden» Giesse« den iten Deeember 1796.
Fürstl. Hessisches Oberamt daselbst.
3) Zur Nachricht wird hierdurch bekannt gemacht, daß Mittwochs den 7trn Deeem* ver l. I Nachmittags um 1 Uhr auf dahie* sigem Rathhaus 15 Fässer Nordhäuser Brandwein sehr guter Qualität, FaßweiS, gegen gleichbaldiqe baare Zahlung, an den Meistbietenden öffentlich verstrichen werden sollen. Giessenden rytenNov. 5796.
Fürstliche Landes - Kriegs - Cd«- Mission daselbst.
4) Mitwochs den 10 Deeember und folgende Täge, des Nachmittags von r — 4 Uhr, sollen, auf dem hiesigen Universität-* Gebäude im obersten Stock, folgende, fthr wohl conditionirte, Sachen, als : Stühle, Canapee's, Commvde, Fische, Schränke und mehreres Holzgeräthe, sodann Spie» gel und andere- Gläßwerk, Porcellan,
Zintv


