Ausgabe 
3.9.1796
 
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renS ausgezogen, bis eS sich klart, da man als ann diesen süssen Malzauszug Würze ncnnl. Die Verandrungen bei diesem und den übrigen Verfahren machen den Unter­schied in der Farbe, Klarheit und dem Ge- schmacke der übrigen Biere au».

Ein schwacher Grad von Hitze wirkt vorzüglich auf den Zuckerschleim des Mal­ze», den das Wasser am leichtesten heraus- zieht, und liefert eine Würze, welche mit einer sanften Süßigkeit angefüllt ist. Em stärkerer Grad von Hitze durchdringt den ganzen Körper des Malzes, und zieht mehr öliges und mehliges heraus. Verlangt man also einen scharfen Geschmack, und eine dauerhafte Güte, so gehört dazu eine grössere Dörrhitze, und diese nmß zwischen der niedrigsten und stärksten aueziehenden Hitze eine Mittelhitze seyn. Von zu starker Meuschhitze lösen sich zu viel Oeltheile auf; die Würze qahrt nicht, sie wachst zu Brei, flumpen. Ist hingegen die Warme zu klein, so vermischt sich da» Oel nicht vollkommen mit dem Wasser, und daß Getränke bleibt in einem undurchsichtigen Zustande, und folglich ist der rechte Grad der Meusch- warme bei dem Brauen gewiß keine un­wichtige Sache. Daher ist es eine ge­wöhnliche Folge von einer zu geringen Wärme, daß ein Bier unmittelbar sauer und unschmackhaft wird, lange trübe bleibt, und den Schlamm schwimmend in sich trägt, welcher in Gestalt von leichten Hefenwol- ken darin schwimmt, und kaum nach vie­len Monaten gefällt werden kann. Zu viele Hitze vermindert zwar den Schleim; aber auch zugleich den Zucker, und davon rührt d>e magere und dünne Beschaffenheit einiger Biere her. Sind nun durch diese starke Hitze zugleich zu viel ölige und erdige Theile auSgeschieden worden, so halt eS mit der Gahruna schwer, und endlich ge­winnt doch das Getränk einen herben Ge­schmack, welcher sich nicht leicht vertreiben läßt.

Die Würze wird im Kühlfasse abge­kühlt, und in dem Gährungebottige durch Hefen zur Gahrung gebracht.. Die Gah- rungswärme ist etwa der aaste bis 28ste Reaumürsche Grad, und wenn die Gah­rung auf» höchste gestiegen ist, so wird das Bier in Fässer gefüllt, und in Kellern auf­bewahrt. G memiglich nimmt man den zasten Theil Hefen dazu. Zu wenig He­fen macht die Gahrung unvollkommen, und ein schaiiqes Bier; zu viel verursacht cm blähendes Getränke. Die Bottighefrn als die wirksamsten, entstehen im GahrungS- bottige, und was man Faßhefen nennt, sind Spundhefen, Oberhefen und Boden- Hefen. Das vollkommenste Bier setzt die wenigsten Hefen ab. Ueberhaupt sorgt man dafür, im gährenden Biere die Wein- gahrung hervorzubrinqen, und auf keiner^ lei Weise zu übertreiben. Gemeiniglich rechnet man chKannen auf 3 Scheffel Malz bei einer Lufttemperatur von 40 Graden: im heißen Wetter ist schon die Hälfte hin­länglich.

Der Verfolg im nächsten Stück.

Bet' anntmackttngen.

Nachdeme von sämtlichen löblichen Landeeständen denen Landständischen Obe» Einnehmern die Vollmacht ertheilet wor­den, daß sie die zu Berichtigung der ange- sezten Französischen Brandschatzung nöthige Gelder, auf Landes- Credit, soviel mög­lich im Land, gegen 4 pro Cent zu Capital aufnehmen sollen: so wird solches hiermit öffentlich bekannt gemacht, und können die­jenige, so Gelder hierzu auelehnen wollen, sich bei der Landständischen Ober-Einneh* merei allhier anmelden, wobei zugleichbe­kannt gemacht wird, daß auch Änlehen zu 50 fL angenommen werden. Giessen den 2ten September 1796.

Lgndständische Ober - Einnehmerei daselbsten.

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