Ausgabe 
23.5.1795
 
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-wie er mich ansah unb Mirne machte, oud dem Sarge zu steigen und mich an« zufallen. Kaum behielt ich noch so viel Muth, daß ich dem Pferde die Züge! schießen und es nach Hause zurennen ließ. Da ich in der Schenke eines Dorfs, wo ich durchreiten mußte, Licht sah, soging ich hinein, mich zu erholen. DerWirth bemerkte meine Bestürzung, sagte, ich hatte im Walde gewiß das Gespenst ge» sehen und erzählte nun eine Menge der fürchterlichste» und seltsamsten Geschieh» ken , die sich hier sollten zugetragen ha» den. Ich ritt nach Haufe und hörte denn am folgenden Morgen früh aus all-rMund dieabentheuerlicheGeschichke, daß in voriger Nacht ein Gespenst/ viel» leicht gar der Teufel selbst, auf einem schwarzen Rappen reitend, einemMann im Walde den Hals umqedrehet hätte, und dann mit Zurücklassung eines grau« lieben Gestanks verschwunden wäre. In, zwischen kam rin neuer Bote, der mich zu dem Patienten holte, wo ich diesesbr Geschichte noch viel fürchterlicher erzäh. len hörte. Der Teufel, hieß es, auf ei, nein schwarzen Pferde reitend, habe die im Walde gefundne und unter die Eiche gesetzte Leiche holen wollen , und die» ter verjagt: Weil sie sich aber mit Krem tzen gesegnet hätten und der Schulmeister dabei gewesen wäre, so wäre er mit Hin» terlass.lnq eines schrecklichen Gestanks UN, verr'chteker Sache wieder verschwunden. Nun merkte icherst, und zwar ganz deut« lich daß man mich für den Teufel an« gesehen hatte und da ich erzählte, daß ich auf einem schwarzen Pferde, in einem Pelze, das Rauhe auSwartS gekehret, und in einer schwarzen Kappe vermummt, in den Wald geritten wäre, und einen Tobten im Sarge liegen gesehen hätte, antworteteder Schulmeister: Ganz recht, ich bin bei denen gewesen, welche die an der Gränze gefundene Leiche abholen soll.

ten. Herr Docker, glauben Sie mir, Ich sah mich um, da kamen mir die Zipfel an Ihrer Reisekappe so vor, wie die Hör­ner, welche der Teufel haben soll. Durch diese Geschichte, sagte der Doctor, bin ich,in dem Unglauben, den ich gegen die Gespenster hegte, noch mehr bestärkt wor- den, und glaube nun um so mehr, daß Erzählungen dieser Art auf ähnliche Weise entstanden sind.

W. hatte sich zu G. zu lange aufge- halten, er konnte erst um Mitternacht nach Hause reiten. Er hatte ein sicheres Pferd, desto auffallender war es ihm, als es in einem hohlen Wege zurückwich, und aller Peitschenhiebe ungeachtet, kei­nen Schritt weiter gehen wollte. Nun sage mir Einer dachte W daß es in diesem fatalen Hohlwege nicht unsicher sey: Wo Pferde stutzen, da waresmein Leben nicht recht richtig. Der Mond war schon zurückgewichen und das Licht er- leuchtete den Weg nicht ganz. Er stieg vvm PferDe und -führte es Bald stieß er mit dem F:ß? an etwas, er faßte Muth, griff zu und bekam etwas haarigtes in die Hand, das sich bewegte. Das Pferd wich zurück und die Angst trieb ihn dem­selben nach. Sollte es doch wähl' seyn, dachte er, daß die Mitternachtsstunde für Reisende gefährlich ist? NochEtnmal wagte er zurückzusehen, sähe etwas all, mählich sich erheben , die Ohnenss« die Höhe strecken und hörte zugleich emeu be» kannten Ton. Es war des Müllers Esel, der auf de n Felde zurückgeblieben war. W. erinnerte sich, daß die Mühle in der Nähe sey, und freueke sich über seine Entdeckung. Wie sehr Einbildungs­kraft und blinde Furcht das Natürliche in dasÄussernatürlicheverwandeln könne, zeigt auch folgender Vorfall zu Breiten, dach im sächsischen Erzgebirge. Hier hatte ein Einwohner einen zahmen 'Hirsch, ded