Ausgabe 
17.10.1795
 
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4) Neue Holländer Häringe sind bei dem Eisenhändler Adolph Flett zu bekam» Ken, das Stück |u 6. 8. io. und i2 kr.

Sckreuzer.

In der Schlacht bei Prag, wo der König durch den General Daun gezwun­gen wurde, die Belagerung dieser Stadt aufjuheben, gerieth des Königs linker Flügel beim Rück ug in Unordnung , so, baß der König selbst in Gallopp hinritt, um ihn wieder zusammen zu bringen. Sein Pferd fiel nahe bei einem verwun. beten Soldaten nieder, wie dieser den König erblickte, sagte er :Wenn Ew. Majestät nicht zwei oder drei Kanonen auf diese Anhöhe hinpflanzen lassen, so Ist Ihr Flügel verloren." Der Soldat leiste mit der Hand aufdiePiatze,woran ber König nicht gedacht hatte. Er be. merkte sie, schwieg einige Minuten stille, und zog darauf einen Ring von einigem Werth vom Finger, gab ihn dem Sol­daten, und sagte:wenn du wieder ge­heilt feyn wirst, so bringe mir den Ring selber wieder." Darauf verließ ihn der König eiligst, gab dem Roth des Sol­daten gemäße Befehle, und rettete also dadurch seinen Flügel. Einen Monat nachher, da Schreuzer (so hieß der Sol" bat) so weit wieder hergesiellt war, daß er gehen konnte, begab er sich zum Kö­nige und überreichte Jhmden Ring. Der König machte ihn zum Kapitain, und der neue Officier betrug sich in ber Schlacht bei Rosbach so brav und tapfer, daß er Major und bald darauf Obrist­lieutenant ward. Bei der Affaire bei Dresden war der König über eine Sache zweifelhaft, Er schickte eiligst seinen Ad- jutanten an Schreuzern, ihn zu holen. Er kam, der König befragte ihn um seine Meinung, befolgte sie, und eS ge­

lang. Hierdurch erhtettereinRegimtnk, und den Litel als Generalmajor. Dieser OfficierhattebewuaderaSwürdig viel kal­tes Blut, selbst in den größten Gefah­ren. Der König hielt viel auf ihn» und scherzte oft über die Stärk« seines Magens, denn er konnte gewaltig viel essen.

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