Ausgabe 
15.8.1795
 
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Chronik der- Stadt Glessen»

Aus dem sechzehnten Iahrhundekk.

1518, als während der Minderjäh. rigkeit des Landgrafen Philipp Magna, nimus Franjvon Sickingen und Götz von Berlichingen in das Hessenland ein fie­len , mußte das Ober fürsten khum 20(oco. fL Brandschatzung erlegen. Der jungt Fürst lag damals in Giessen.

1519. hat die Pest in Giessen 1500. Menschen getödtet. Man hak damals den heil. Sebastian, als einen N^thhel, fer, angerufen.

152-6. ist die Lehre des Evangeliums zum erstenmal in hiesiger Stadt gepre. diget worden. 1527. ist Ludwig Kraft oder Crako zu Marburg, zum ersten Sn. perinkendenten des Fürstenthums bestellt worden.

1529. regierte eine arge Krankheit, der Englische Schweiß genannt,, woran über Zoo Menschen starben.

3530, ließ Landgraf Philipp Mag» nanimus die alte Kirche zu Er. Perri auf dem Seltersberg abbrechen, und um die Stadt Wälle und Gräben aufführur, wozu er den Haingraden zu Hülfe nahm. 1533. ist der Bau der Werke zu Ende gebracht worden.

1533. erhielt di« Stadt Befehl, daß über allen Kauf, Verkauf und Berpfän» düng von bürgerlichen Gütern von Bür. germeifiern, Rath und Etadtschr'idern Gerichtsbücher geführt werden sollten.

1532. ist der erste evangelische Pfar­rer, Daniel Greiser, vonWeilburg gebürtig, anzestellt worden, welcher 1542. von HerzogMorizzuSachsin, zum Superintendent nach Dresden berufen wurde, wo er 159t. stard. Es geschieht seiner und seiner Frau Creynge n ( Ca. lharina)in einem Kaufbrief von 1538.

Erwähnung, r540. ist er von Landgraf Philipp bei dem wiedertäuferischen Tu­mult nach Grünberg geschickt worden, um dir Ruhe wiederhrrzusiellrn. Auf dem Krankenkelch 8ei hiesiger Stadtkirche befindet sich die Jnschrifc 1535. T. KE. u. darunkerEK!s)I)EK!LsI8,welches wahr­scheinlich der Name des Stifters ist. Die. ses Tempore Reformationis bedeutet nicht svvirl, daß dieReformatron damals erst ihren Anfanggenvmmen hat, sondern daß sie, wegen Streitigkeit der kurhcra. ner und Reformirren noch nicht aufdas Reine gebracht war. Gr e ise r unter, schrieb als Pfarrherr zu Giessen die 1539 zu Ziegenhain verfaßte Ordnung der christlichen Kirchenzucht im Fürstenthum Hessen.

1547- da Landgraf Phch'pp in Kai­serliche Gefangenschaft geriekh, musten auf Befehl Kaiser Carls V. alle Hessische Festungen (Cassel, Giessen, Rüsselsheim, Rheinfels,) Ziegenhain ausgenommen, geschleift werden. Graf Reinhardt zu Solms, Kaiserlicher Generallieutenant, bekam den Auftrag, Giessen zu fchleifen, welchen er mit vieler Härte, nebst seinem Sohn Ernst, ausführte. Der Landgraf klagte selbst darüber (Mögen Kitt, capfi- vit. Philippi Magnan.) Graf Rein. -ii Hardt von Solms hat geredk, er wolle erleben, daß Landgraf Philipps unO seine Kinder in solchen Abfall seyn fob len 1 daß ihnen niemand gern ein Maas Wein bürgte." Di lich schreibt da. von in feiner Hessischen Chronica Th- 2. S. 317«zu Giessen hausset er (Graf Reinhardt ) nicht weniger und befahl alles niederzureiffrn, da doch die Spa. nur, so darüber zu Ufsehern gesetzt, n nit fo hitzig, sondern sich mit einem ziemlichen begnügen kiesen. Sein Ge. mahlin auch, als sie zu Giessen fern» men und gesehen, baß der Wall nit gentzlichim Graden gelegen, har siebe

fohlen