Ausgabe 
7.11.1795
 
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ss einigten und felsigten Oertern wachsen können. Wenn sie auch nur wirklich 2 Zoll Erve haben, so darf man doch nicht be» furch'en, daß Wind oder Wasser sie ver- wüsten oder wegschwemmen werden, denn ihre Wurzeln wachsen wie ein Netz , ganz in einander, so duß selbst ein Platzregen, dies Gemüse nicht wegspülen kann. Sie können mehreremale im Jahre abgeschnit» ten werden, und sind schon im April und May, zum Futter brauchbar. Wenn sie nach dem letzten Abschneiden in Stengel schießen , so können auch diese im Winter mit zum örennen und Eiuheizen dienen. Spater als im August, muß man sie nicht mehr abschneiden, denn da taugen sie nichts, doch kann man sie immer öfter abschnei­den, je älter sie werden; und je öfter sie abgeschnitten werden, desto dichter und fe­ster wachsen die Wurzeln in einander, sie machen schon nach einigen Jahren einen so dicken Filz, daß man kaum mildem Spa­ten durch kann.

- Wer sie pstaNzen will, tbut eel im Herbste: sie nehmen mit dem schlechtesten Boden, wie schon gesagt, vorlieb; wach­sen sie doch sogar von selbst auf Mauern, Steinhügeln, aus alten Weiden, und so wciter.

Für das Ausgehen der Pflanzen, braucht man auch nicht bange zu seyn, denn wenn man nur eine einzige Wurzel an der Erde liegen läßt, und es regnet dar­auf , so geht sie schon auf. Will man recht viel gewinnen, so lasse man einige Stengel im Frühjahr stehn , und in Saa- men schiessen, der dann von selbst ausfallt und in Menge sich säen wird; oder man sammle im Sommer Saamen ein, und streue ihn im Herbste noch, zwischen die andern Pflanzen. Es dauert diese Pflanze auch sehr lange, und besonders , wenn man auf die eben angezeigte Art verfahrt, und jährlich entweder wieder etwas Saamen da­zu einstreuet, oder durch stehen gebliebene

Stengel, die in Saamen schießen, diesen sich selbst säen läßt, so wird ein Stück Land, das man für diese Pflanze bestimmt hat, ewig ohne Kosten damit besetzt bleiben. Gewiß eine Ursache, wodurch jeder Haus- wirth bewogen werden sollte, die Brenn­nesseln anzudauen, da er ja das Land dazu nehmen kann, was er durchaus jzu nichts anderm brauchen könnte, und es unsre Pflicht ist, auch den kleinsten Platz nicht unbenutzt zu lassen. '

Der Schlus im nächsten Stuck.

Edlktglvorladung

Nachdem wegen der zwischen dem Wilhelm Reitz und dessen Ehefrau zu Kirchgöns bisher obgewatteten Ehestreitig- kestess, der darauf von Hochfürstl. Con- sistoriö drlretwten Scheidung von Tisch und Bett, und in Hinsicht des von ge- dachtemhohen Eollegio mir hierauf ertheil- ten Auftrags erforderlich seyn will, wie viel Schulden und von wem der beiden Ehegatten solche koutrahiret worden, und Hann terminus ad Hquidanduni auf Mon­tag den 2gten November l. I. anberqumt worden; gle werden alle diejenige-, welche an den Wilhelm Reitz oder dessen Ehefrau ex quocunqne capite eine Forderung zu haben vermeinen, cdictaliter hiernüt vor­geladen , um in praefixo zu erscheinen, ihre Forderungen richtig zu stellen, und sich hierauf weiterer rechtlichen- Verord­nung, im Nichterscheinungöfall aber, daß sie mit ihren Forderungen weiter nicht ge­höret werden sollen, sich zu gewärtigen. Signatum Langgöns am 24. Octobr 1795.

iFürst!- Hess. Justizamt das. L'. (ö. v. Zangen.

Nachricht. - *

Künftige Woche wirtz in der Verstei­gerung der Teuthornischcu Bibliothek mit den theologischen Büchern fortgefahren,

und zwar am

Montag'