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In diesem Jahr ist die Universitäts« bibliotHekangelegt/ und M. Conrad Bach, mann zum Aufseher darüber bestellt worden.
1613. den ersten Februar zog der Fürst unter Herr morgens 4 Hör zu Gießen ans mit isFähalein Landvolk und 8 Stück Geschütz/ auch aüerlei Kriegs» Munition vor Wetzstar, nahms denfel» den Tag noch ein, und brachte ihm die Bürger zum Gehorsam. EllrHcRaths« Herrn und der Stadkfchreider entliefen. Auf Jod. Täufers Tag si.ng dje Pest all. hieran/ und wüthete dio Michaelis. Cs starben 217 Mensche» daran.
In diesem Jahr wollte der Landgraf die alte Stadtrirche abbredjen und etn< neue erbauen lassen. Jedoch wurde die alte vorerst nur erweitert und ausgebessert. Aach ist beim Graben tief unter der Erden ein auf starken Pfählen ge« xsiasterker Sleinweg vor dem Seljerlhor gefunden worden.
1614. den 2isteuNov. ist ein solch großes Gewässer hier gewesen, daß man an etlichen Orten mit Schiffen gefahren hat, und an vielen Orten bis an den Gürtel har baden müssen. Die Wisseck drad) durch die Schor in den Wallgraben und lief die ganze Nacht hinein. Des Morgens brach auch di« Lahn in den Wallgraben. Man steuerte dem Unglück, indem man beideOefnungenmitMist und großen Hölzern verstopfte. Der Gcha« den in Kellern, Häusern, Vieh und Früchten war unbeschreiblich groß.
1616 ist das Pädagog, wclcheszeit« her auf dem Rathhaus gehalten wurde, in dem jetzigen Gebäude, das vormals den Anthouitern gehört, gehalten worden.
1620. den l9tenFebr. ist plötzlicher'» Erdbeben verspürt worden. Den roten
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April sind zwei Freibeuter, die ihren Ge« fellen in der Lindener Mark erschossen und beraubet hatten,enthauptet,worden. Der dritte, welcher noch jung und unverheira« thet gewesen, ist von einer Weibsperson durch einen Fußfall von dem peinlichen Ge« richt'rrbeken worden und mit dem Leben davon gekommen, Man hak beide zusam« mengegeben und darauf des Lande ver, wiesen, aber der Bösewicht hat die Weibs- person verlassen.
Edlk'rakvorladungkn.
1) Alle diejenige, welche an den ohn. längst dahier verstorbenen peinlichen Ge« richtS- Defensor »rnd Regirrungs«Ad- vocar, Herrn Broß, etwas mir Grund zu fordern haben vermeinen, werden von Commissionsrvegen hiermit peremtorie vorgeladen , daß vor mir Eirdesunrerzo» genen, sie auf Montag den irken Oktober Nachmittag um 2Ühr erscheinen, ihre Forderungen gehörig liquibmn , gegen« falls aber sich gewärtigen sollen, daß sie nach Ablauf dieses Termins nicht mehr gehöret, sondern schlechterdings mit ih« ren Forderungen abgewiefen werden. Signatum Gießen den 28len Sept. 1795.
Elwert,
Fürstl. Reqierungs'Secretär und zu dieser Sache verordnettk Cem- miffarlus.
2) Nachdeme des dahirsigen Eemr'nds« mann Konrad Garths zu bezahlen sie. hende Schulden dessen Activ * Vermöge» Weit übersteigen, und dahero von höhe* ren,Orken der förmliche Konkurs« Pro- zrß erkannt worden; als werden alle diejenige, welche an erjagten Konrad Gartb einen Anspruch ex quocunque ca- pite zu machen vermeinen, edictalitrr hiermit vorgeladen, um in termino de» 5t<n Ockober I. I. vor dahiesis Fürstli« chem


