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von den Gebrauchen und übrigen Cere» morriel, welches dabei beobachtet wird, und dessen Beschreibung ziemlich weit' läuftig ausfallen würde: sondern erkläre dlos die Entstehung dieser Fabel,
Die Nicht von dem lezken April bis zum ersten Mui wird, wie einem jeden bekannt ist. Die Walpurgis-Nacht oder wie man im gemeinen Leben oft zu fpre» rhen pflegt, Wolborgs-Nacht und der erste Mal oftmals Wolborgen genannt; weil man nemlich den Namen Walpur» gis, womit dieser Tag in dem Kalender bezeichnet wird, in Wolborg verändert. Um dies za erklären, muß ich eine Ge. schichte ans den entferntesten Jahrhun, decken erzählen. Diese Geschichte wird uns überdies noch über manche Gebräuche, welche bei uns und in andern Ländern noch heutzutage statt finden, manche nicht unrichtige Aufschlüsse geben.
Walpurgis oder Wolborga war Nichts mehr und nichts weniger als eine sehr gottselige Jungfer, welche schon in dem 8ten Jahrhunderte nach Christi Ge. Durt, also vor tausend Jahren lebten. Sie gehörte in England zu Hause; ihr Vater hieß Richard , ihre Mutter Bona und ihr Onkel von Mutterseite war der fromme und höchst gottselige Erzbischofs von Mainz, der heilige Bonifacius. Aus bloßer Frömmigkeit und aus brennendem Eifer für die Verbreitung der christlichen Religion, (denn dieselbe war damals noch nicht so allgemein) machte die Wal» purgis mit ihren beiden Brüdern Wili» bald und Wunibald viele Reisen, und kam selbst aus Liebe zu Christo nach der Gegend, wo derselbe gelebt hat, nemlich bis nach Jerusalem. Allenthalben ver. kündigte sie mit ihren Brüdern und andern heiligen Männern gleichsam um die Wette das Christenthum/ unD zog nicht
wenige gläubige Seelen zu sich und zu der Lehre des Evangeliums hinüber. Ganz vorzügliches Verdienst um die Mensch» heir erwarb sie sich aber dadurch, daß sie d>e abgesagteste Feindin aller Hexerei und Zauberei war, und diese durchaus von der Erde zu vertilgen suchte.
Der Verfolg im nächsten Stück.
Bekanntmachung von verschiedenen Sacken.
i) Da bei der dermaligen Lage hiesiger Stadt man gedoppelte Ursache hat, auf Feuer und Licht, daß kerne Feuersbrunst entstehe, besonders Acht zu ha» den; als wird das Tabaksrauchen über die Gasse sowohl, als in den Scheuern und Stallen hiermit bei hoher Strafe verboten. Giesen am 2irenNov. 1794.
Fürstl. Hess. Polizei-Deputa» tion daselbst en.
2) Nachdeme das Herrschaftliche so» genannte Freiburg Guth zu Cleeberg, so aus einer geräumigen Hofraithe, den erforderlichen Scheuern und Stallung? sodann aus 177 1/2 Morgen Ackerland, ;7 Morgen Wiesen, 1 Morgen 1/4 Ge, müs- Gras - und Baum- Garten, auch genügsamer Weide für Schaaf- Rind- und Schwein-Vieh besteht, übermalen auf einen 9 jährigen Bestand , so auf Petritag 1795. den Anfang nimmt, den l6ten Decemder in dem Fürstl. Amchaus zu Cleeberg versteigt werden soll , als wird solches hierdurch öffentlich bekannt gemacht. Giesen den 25.N0V. 1794.
Fürstl« Hess. Ober amt das.
z) DasdeM verstorbenen Mcusque» fier Koch zugestandene Wohnhaus nebst Stallung undMiststätte in der Neustadt, soll Montags den izten künftigen Mv» nats öffentlich andlyMeistblettlrHenver» steigert


