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Lreöe tHitb^rger!
Ihr werdet leicht mit mir darüber einig seyn: daß das Pflanzenrerch für Den Menschen höchst wichtig ist, und daß alles, was dem Pflanzenreich schadet, als Sem Menschen schädlich betrachtet werden müsse , und so auch umgekehrt. Nun aber sind die grösten Feinde des Pflanzenreichs sie Insekten. Lange hat rein Jahr so traurige Beweise zu diesem Satz'aelirfert, alS das gegenwärtige. Wir standen nur unsere Odstbaume da! kahl, und trauriger als mitten im Winker ! Ader nicht nur die Raupen find es, die unsere Gärten verheeren ; es giebt Hoch unzähliche andre Arten von Unge. ziefer, die die nämliche Absicht haben. Wer kennt nicht die bösen Erdflöhe, die Erdspinnen (welche die zartesten Ge- pflänze fressen) die Blattläuse und die unzähligen Arten von Käfern und Ge« würmen die sich alle aus dem Pflanzenreich, zum grosen Nachkheil der Men« fchen und unserer Haußthtere, nähren? Wenn Ihr einen Baum odereine Pflanze seht, welche trauret; so untersucht nur und Ihr werdet fast immer die Ursache in einem oder dem andern Insekt finden, das die Wurzel, den Stamm, oder die -Blätter zernagte. Insekten sind folglich aröffentbeils sehr schädliche wesen, ans deren Vertilgung der Mensch , nm selber Selbsierhalrung, aufs chärigste be* dacht seyn muß.
Nun sind die Vögel die grösten Feinde der Insekten, und folglich die Freunde der Menschen und solcher vier- küßige Thiere, welche aus dem Pflan. zfMeich Nbrn. M'hrerr Arten der Bö, 1 ,'chrn ganz allein oder doch grösten» theUs von Insekten und Gewännen. Dahin gehören besonders die Graßmä- cken, die Roch^ehlgen, die Rorhfchwänz. aen, die Nlachrigau^, alle' Arten von Baumläufern , die f die
Schwalben, die Staaren, die Speckte^ und andre. Ganz besonders nützlich aber sind die Meisen, denn diese suchen im Herbst und Frühling die Raupcneyev und die Puppen (oder Larven, welche nichts anders als verwandelte Raupen sind, die sich nachher in Schmetterlinge verwandeln, welche alsdann Eyerlegen, aus denen wieder Raupen werden ) an den Bäumen auf. Ein grosser Thril der übrigen Vögel lebt zwar auch aus dem Pflanzenreich, gewöhnlich von Gesams, sie fressen aber doch auch, besonders im Vorsommer, Insekten. Dahin gehören die flinken aller Art, die Hänflinge, dke Lerchen und selbst die Sperlinge oder Spatzen. Da uns inzwischen diese Ar» ten, besonders die letzkern an unfein Gärten nach Johanni mehr schaden, als fie uns vorher nützten : so bin ich eben nicht geneigt, solchen und am wenigsten den Spatzen, das Work zu reden. ES wäre vielmehr zu wünschen, daß die zu deren Vertilgung bereits bestehenden höchsten Verordnungen besser, als bis« her zur Ausübung gebracht würden. De« stomehr aber muß uns die Erhaltung der erstgenannten Arten von Vögel am Herzen liegen. Es ist wirklich fast auf« ser Zweifel, daß die Bäume in unfern Hausgärten nur deswegen dem Rau» prnfraß weniger als die in den Feldgär« ten ausgesetzt sind, weil sich dorr Vögel aller Art in grösserer Menge aufhaltcn als hier.
Laßt uns also, theure Mitbürgers mit Macht auf die Feinde jener nützlichen Vögel loßgrhn, und die Fürsii. Poiycey, deren Pflicht es ist, alles ju befördern, was zum gemeinen Besten zielt, welche auch bisher diese Pflicht zu erfüllen, ei. neu edlen Eifer zeigt — wird uns in unfern Bemühungen unterstützen.
Wir wollen nun die Feinde der Vö. stel, also die Feinde des Pflanzenreichs, also


