Ausgabe 
22.3.1794
 
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Zärst. Verskdttttis.

Von Gottes Gnaden Ludwig X. Landgraf )u Hessen rc.rc.

Nachdem das in Unserer hiesigen Re» sibenz vorhin bestandene Lotto schon Dor geraumer Zeit von .uns aufgehoben wor­den, und Unsere höchste Wiüensmeinung VNd Landesväterliche Aufmerksamkeit da, hin gerichtet ist, daß in Unfern sämtli. chen Landen allem Einsetzen in auswär­tige Zahlen-Lotterien oder sogenannte Lotti fowol, als dem Collectiren, der Spedition und sonstigen Befassung für dieselbe, kn Zukunft gesteuert werben möge; so haben Wir Uns bewogen ge­funden zu verordnen und ernstlich zu be. fehlen, daß

i) in Unfern Landen sich Niemand Mit dem Colligiren für auswärtige Lotti, mit Spedition für dieselben, oder son­stigen auf Lotto-Comtoirs sich beziehen» den Verbindungen, bei Einhundert Rthlr Geldstrafe, oder im Falldes Un, Vermögens, bei dreimonatlicher Zucht, Hausstrafe, auf irgend einige Weise, un­ter weichem Namen es auch fey, von nun an, mchr damit befassen, sodann

2) auch alles und jedes Einsetzen in auswärtige Lotti bei Fünfzig Rtblr. Geldstrafe, oder im Fall des Unvermö­gens, bei verhäktnismäsiger Zuchthaus, strafe verboten, und Einsatz sowohl als Swa erhaltender Gewinn konfiscirk seyn foEfc

3D Derjenige von Unfern Dienern -ber, welcher argen diese Unsere Verordn nnng, wider Unser Verhoffen, gleichwol kontraveni/en würde, überdies auch so­gleich mit Cassation seines Amts ange­sehen werden, und

4) einem jeden, welcher von einer Lontraventwn gegen, §iefe Unsere, zur Abschaffung des Lottcffpielzs sir Unfern

Landen, hiermit ergehende Verordnung, die Anzeige thun wird, die Hälfte der ge, setzten und einzubringrnden Geldstrafe, mit Verschweigung seines Namens, zur Belohnung ertherlet werden soll

Darmstadt den Ziten Dec. 179z.

lieber

den 25rftnö im Getreide.

(Verfolg.)

Ein Naturforscher kann hier bei die. sen zwei Brandarten durch ein gutes Mi­kroscop bei den Vrbindungsknoten und Haarsieben u. dieser Gekreidepflanzen, dem Naturspiel vielmehr nachdenken und viel mehr sagen, als bisher gesagt wor. den ist.

. Durch bas Reiben entstehet Warme, aus Wärme die Feuchtigkeit, und aus Reiben, Wärme und Feuchtigkeit daS Leben. Hier gebe man in der Blüthezeit Achtung, wie die männliche Feuchrigkeic mit der weiblichen sich vereinbaret, und diese beiden Zeugungssäfte hervorbrin, gen, die ihrem Bilde ähnlich sind. Wenn aber ein oder der andere Zeugungssafk mffciret ist, so erscheint eine andere Ge. statt und Ansehn von schwarzer Farbe; und das ist der sogenannte Brand, wie bei einem Kinde die Farbe zeiget, ob es gesund oder krank, oder gar insiciretaus der Mutter Schoos an das Tageslicht gebracht wird.

Nun will ich nicht nur meine Kur- mrttet gegen den Stockbrand im Wcitzen, sondern auch beim Hirsen, gleichwie beim keinfoamru, offenbaren^ und vorhero zum Nutzen meines Nächsten noch sagen, .daß die vermeinten, noch nicht völlig re'f. -fen Saamenkörner des Weihens, als auch alles Getreidesorten, keinen Brand erzeugen, sondern aufgehen und voll- kommens Früchte bringen uu^ erz/ugen,

damit