— ) I31 ( —
Sache ist, wodurch nicht allein die starke tzau-Tannen angehauen- sondern auch die Wurzeln an drnenftlben ausgegra- den- und abgehauen werden, daß solche verderben , und bei dem ersten entstehen, den Sturmwind umfallen müssen, überhaupt aber allemal der Baum ruiniret ist; so ist allerdings nothwendig, diesem Wald-verderblichen Nebel Einhalt zu thun; und weilen die bisherige denen Frevlern desfalls angesetzte Strafen nichts fruchten wollen r als haben Wir zu verordnen gnädigst gut befunden, daß führohin derjenige, welcher einen Baum, um Kühnho^ daran zu suchen, anhauet, zu Vierfacher Ersetzung des Werths des ganzen Baums, auch zu Bezahlung des Baums selbst, derjenige aber, welcher an Stöcken ohne Erlaubnis Kühn hauen- und entwenden wird, vor jede Tragend zu Ein Reichsthaler Strafe an- gehalten werden solle»
Wir befehlen hierauf Unfern samtlss chen Beamten, Forst-Verwaltern und Forst-Bedienten hierdurch gnädigst, daß zeder so viel ihn angehet,, lsich hiernach achte, und diese zur Conservation derer Tannen-Waldungen allein abzweckende Verordnung, von Euch, dem Beamten, in allen Amts-Orten gewöhnlich publi- eiret- und darüber stracklichst gehalten werde. Darmstadt am 11. Ian. 1775.
Ludwig,,
Landgraf zu Hessen»
Vom Auflaufes des Rindviehes und den Heilungen dieses Uebels.
So wichtig in einem Staate die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit der Menschen ist, so nützlich und vortheil- haft ist es auch, auf die Krankheiten und Zufälle des Viehes sein Augenmerk zu richten, da wir solches nicht nur zu un*
serer Unterhaltung als Speise gebrauchen, sondern dasselbe uns auch unsere schweren Arbeiten vorrichtek. Und es belehrt uns ja die tägliche Erfahrung, daß das Vieh fast eben so mancherlei Krankheiten und Zufällen als der Mensch, nur das eine mehr als das andere, ausge, setzt ist, und davon mehr oder weniger befallen wird»
Um solches nun unterhalten zu können, giebk uns die Natur seldsten verschiedene Graser und andere Gewächse an die Hand, von welchen hauptsächlich der so sehr nützliche Fukterklee täglich mehr angedauet wird, sowie in andern Gegenden die weissen Rüben in ziemlicher Menge angepfianzek werden» Da aber beide von einem angenehmen und süßlichen Geschmack und mit vieler wässerigen Feuchtigkeit und Luft angefüllet sind, und das Vieh dieses Futter so sehr liehet, daß es öfters dasselbe zu begierig, schnell und halb zerbissen einschlucket, fo wird ee dadurch nicht selten, nicht nur in die grösie Lebensgefahr gesetzt, sondern auch durch ein schnelles Zerplatzen gelödtet»
Da bei den wiederkäuenden Tbieren der Bau der Verdauungs-Werkzeuge eine ganz andere Beschaffenheit hat, als bei denen so nicht Wiederkäuen, fo finde ich es hier für sehrnützlich, die Verrich- tung des Wiederkäuens , nebst dem Durchgang der Speisen bei diesen Thie- ren mit deizufügen , um dadurch desto bkgreistichrr zu machen, daß das wieder, käuenbe Vieh, auf eine sehr leichte Art an seiner Verdauung gestöret werden, und in eine große Gefahr des Todes gera- then kau..
Es geschiehet die Verdauung bei de, neu wiederkäuenden Thirren aufeineweit infam,


