Ausgabe 
12.7.1794
 
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baldige (Bt&innuns guter Hbstbänme, ohne Pfropfen and Okalrren / durch

Absenken in der Höhe.

Eine der geschwindesten Arten, bi« Baumzucht zu befördern, ist unstreitig das Absenken. Da aber dieses bei den wenigsten Bäumen unten am Stamm möglichj ist, indem Diele nicht gleich von unten an, einen veredelten Stamm ha» den, auch bei vielen die Arste und Zweige, nichtvon untengieich anfangen, sondern erst in einer gewissen Höhe anfetzen, so ist die Frage allerdings wichtig: Ist nicht das Absenken in der Höhe möglich 3

Bei den Weinstöcken habe ich meh« rere Versuche dieser Art gemacht, und bin oft Auoenzeuge gewesen, daß der­gleichen Versuche mit Glück gemacht wur. den, so daß man Reben in der Höhe ab» senkte, und sie , wenn sie bewurzelt wa- ren, versetzte.

Dieses ist nun eben so gut bei hoch» stämmigen Odftdäumen möglich, wie die nähere Kentnis der Bäume, ihres Baues und ihrer einzelnen Theile lehrt.

Die Verrichtung und die Art und Weise der Behandlung selbst war kürzlich folgende:

Es wurde eine Rebe in der Höhe in einen Topf gesteckt, in dessen Boden, ein gehöriges Loch, zudem Durchziehen der Rebe gemacht war; dieses Gefäß wurde nun mit guter Erde gefüllt, und damit die Erde nicht unten heraus fiel, die Oesnung ein wenig, doch nicht ganz, be­deckt, denn wollte man diese Oefnung ganz bedecken, so würde der in den Topf fallende Regen nicht abfiießen können, und die zu viele Feuchtigkeit Schaden verursachen, hierauf wird der Topf mit einem Strickgen befestiget, damit die Rebe nicht herabbreche.

Die Rebe schlug Wurzel, vnb wurde, als man nachsah, und dies bemerkte, un­terhalb des Topfes abgeschnitten und versetzt. So habe ich mehrere Jahre die schönste Stöcke aus diesen Senkern er­wachsen sehen. Eben diese Behandlung habe ich bei Obstbäumen versucht, und selbige so nützlich gefunden, daß ich sie jedem empfehlen kann.

Man nimmt ebenfalls einen Topf, macht in den Boden eine Oefnung, nach der Größe des darnach zu ziehenden Zwei­ges oder AsteS, zieht den Zweig oder Ast durch, legt unten inwendig etwas vor, daß die Erde nicht heraus fallen kann, bindet dieses Gefäß, mittelst ei­nes Strickes, an einen starken Ncbenaft oder an den Stamm an, daß es den Zweig oder Ast nicht herabzirhe und nicht abbreche, und feuchtet die Erde, wenn es nölhig wird, zuweilen ein wenig an; sobald man bei dem Nachsehen bemerkt, daß dieser Zweig in dem Topfe Wurzel geschlagen hat, so schneidet manihuun. ter dem Topfe ab, zerschlägt den Topf und versetzt den bewurzelten Zweig, mit der Erde, dir an seinen Wurzeln hängt an den Ort, wo man ihn hin haben will.

Diese Art Obflbäume zu vermehren, ist so sicher als schnell, ja einigermaßen noch schneller, als das Wurzelpfropfen, denn man erhalt hier gleich einen bewur­zelten fruchttragenden Ast oder Zweig.

Jedoch wird man mir hier den Ein­wand machen, daß durch diese Art, doch ein Zweig des Baumes , und mit diesem, sein Ertrag verloren geht: icht antworte: ich verliere zwar den Zweig, allein ich gewinne einen ganz neuen Baum mit dem­selben, der in einigen Jahren noch weit Mehr trägt, als ein einzelner Zweig, und gesetzt/ man erhielt nicht allezeit hohe

Haupt.