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figen Gifte, welchen das Hornvieh ein» schlucket, oder von der in den inner« Lhrilen desselben angehenden gdulung; so können auch alle dagegen vorzuschla- gende Mittel ohnmöglich, oder doch nur wenigstens vom bloßen Ohngefehrjutref» send seym
Meiner Einsicht nach ist die Horn» Viehseuche nichts weniger als eine giftige Krankheit, welches ich in der Folge mit sehr wahrscheinlichen Gründen zeigen werde; sondern ich schreibe solche ledig-, Ilch einerin den innern Theilen des Horn, Viehes entstandenen Fäulung zu, also daß ein jedes Stück, das von solcher befal» len wird, eigentlich an seiner eigenen in» nern Fäulung zu Grunde gehe, und nicht vornemlich darum , daß tß vom bereits kranken Viehe tnficirek worden, und hab« ich in dieser Vermuthung mich noch mehr bestärket gefunden, da auch andere in die nämliche gerathen, Und dieserwegen Mir ihren öffentlichen Beifall geben.
Wer kann es sich nur mit einiger Wahrscheinlichkeit eindilden, daß eine giftige Krankheit nur einzig das Horn» Vieh sollte angreifen, da doch andere Lhiere, als Schaafe und Pferde, öfters neben jenen in einerFlur weiden, und also gleichen Gift ohnfehlbareinschlürfenund daran erkranken müssen, die dennoch aber ganz gesund und ohne Seuche bleiben: oder sind unsere Ochsen allein von so be» sonderer Zärtlichkeit, daß ihre inner« Theile weit eher, als bei andern Lhieren verletzt werden? dies widerlegt derselben Zergliederung, wohl aber wird dadurch entdecket, daß ihre inner« Theile wegen ihrer besonder« Lage durch die Stockung der Säfte überaus leicht können in Fäu. lung gerathen. Es können demnach ävf» ftrliche Zufälle kommen, die andern Thie, re« nicht so schädlich und tödlichals dem Hornviehe And- denn waö bei die»>
sem die Säfte schon berdirbet, und also die Verdauung verhindert, daS verursachet darum bei andern Lhieren, we» gen einer andern Struktur, nochnicht einmal die allergeringste Gährung. Die Erfahrung zeiget uns solches zur Gnüge an den Pferden und Schweinen, von welchen jährlich in einem großen BezirkLan» des nach ihrem Verhältnisse nur wenige verunglücken, da im Gegentheil derVer, tust an Hornvieh und Schaafen leicht auf! einige Tausend sich erstrecket.
In Der Gegend, wo ich lebe, »st nichts gewöhnlicher, als daß um die Zeit des Herbstes und Frühlings, diejenigen Schaafe, welche bei nassen Jahren viel an sumpfigten Oertern und kalten Moo» ten gehütet worden, wie die Fliegen hin» fallen, so daß ein Hauswirth nicht selten um seine ganze Heerde kommt: wärenun 'der Verlust der Schaafe so beträchtlich, alsderVerlustdes Hornviehes; so wurde solches allerdings in eben so großen Betracht gezogen werden; da nun aber wegen des w.it geringem Werths der Schaafe in Ansehung des Hornviehes, auf jene nicht so viel als auf dieses ge, schlagen wird; so finden wir auch aus diesem Grunde wenige oder fast gar keine Mittel gegen das Schaafsterden verordnet, da doch meines Bedünkens beide Arten Lhiere fast an einerlei Krankheit "sterben, und folglich durch einerlei Mittel könnten gesunderhaltenwerden: denn da die Schaafe bekanntermase« mit dem Hornvieh einerlei innere Bauart haben, so ist auch folglich die Ursache von dem Ruin der Schaafe ganz muthmaslich die Ursache von deM Untergänge des Hornviehes. .
Der Verfolg im nächsten Stück,
A b s ch i F d.
Meine Geschäfte verbitten mir, ehe sch ckrch in Darmstadt völlig niederlasse, nach


