Ausgabe 
8.2.1794
 
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Lieber

-ist vsktberlh-ften Anbau der Erdäpfel oder Grrmdbirren, und von der Erzeugung des Erdäpfelsaamens.

(Verfolg.)

Ich untersuchte das Krautselbst, das kraus war, und da fand ich wenigstens etwas von Ursache.

Alle Blätter des krausen Krautes, das an seinem blaßqrünen, zusammen» geschrumpften, schmachtenden Aussehen, leicht kenntlich ist, stnd auf der untern Seite, dem Anschein nach, verlezt. Die Faserp, durch die derSaft circuliren soll, sind, als ob sie zerfressen oder angeuaqt Wären, wodurch sie folglich zusammen» schrumpfen und schmächtig werden wüsten.

Nun kst die untere Seite des Blak» k-s die äussere Seite des Keims; daher machte ich den Schluß, daß der Keim schon im Boden verlezt, oder durch tr* «cnb ein Insektangefreffen werden müsse. AuS der Erfahrung weiß man nun, daß das Kraut nicht verlezt werden darf, ehe es reif ist, sonst hat man keine, oder we. nigsiens keine vollkommene Frucht zu ge- warten.

Ich wollte in Absicht des Zerfressens Gewißheit erlangen, und machte im fol­genden Jahr den Versuch. Ich nahm lauter Säamenerdäpfrl von krausen Stö» üen. In die Löcher that ich, zu Abtrei» düng der Insekten, Holzasche und Salz, und oben auf den Boden streute ich Säg, spane.

- Zu meiner Verwunderung bekamich gar ferne krausen Stöcke, sondern nur hin und Wieder jähe ich einen Stock, dem etwas von der Vollkommenheit der an. dern abgieng, der aber bei weitem nicht das krause Aussehen wie vormals hatte. Beim Nachluchen fand ich, daßdieBiäk-

ter nur sehr wenig, kaum mit blosenr Auge erkenntlich, unten angefreffen tva# rrn. Vielleicht daß die Holzasche und das Salz nicht alle Insekten, die ich ab» weifen wollte, oder wenigstens nicht hin» länglich genug, abtrieb. Völlige Be» waffnung oder Sicherstellung der Erd» äpfeistöckc gegen ihre Feinde, würde für Seit unt> Aufwand zu kostbar seyn. Ich befriedigte mich , einigermasen eine Ur­sache von dem Mißwachs der Erdapfel gefunden zu haben, und fuhr in folgen* den Jahren fort vollkommene, reife, un­verstümmelte Erdapfel auf obige Art auszustecken, und ich fand meinen Vor- theil dabei.

Vielleicht sind andere Oekonomen so glücklich, diesfalls mehrere Entdeckun­gen zu machen.

Genug, man darf sich nicht vor Ausartung fürchten, wenn man Mm Anbau bas sorgfältig beobachtet, was tu beobachten ist.

§. 2.

Gattungen ver Erdäpfel.

Die bisher gewöhnlichen Erdäpfeln gattungen sind folgende:

A. Fleischfarbig Blühende.

l. Spate Erdäpfel.

i) runde weisse Erdäpfel, die nach dem Geschmack die besten sind. Siever-" langen ein gutes Erdreich. Man muß sie ..weit auseinander setzen, weil sie sich im Boden sehr weit ausbreiten. Eie wer. den nicht gar groß, und viel kleine giebt es unter ihnlen. Bloß ihres guten Ge. schmacks, nicht aber der Ergiebigkeit we­gen, werden sie ausgesieckt.

2) rothe runde Erdäpfel, die aussen eine dunkelbraune Farbe haben, und un. ter der ersten Haut roth sind. Sie sind ergiebig, haben einen guten Geschmack, und