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Im Jahr 78s, ober wie «in andrer Ehronikfchreiber behauptet, imJahr766 den LZ.Fedr. verwechselte unsere heilige Jungfrau das Zeitliche mit dem Ewigen und den rten Mai wurde sie förmlich und feierlich unter die Anzahl der Heiligen und der Wunderthätherinnen ausgenommen, und ihr Name zu diesem Ende in den christlichen Kalender üdergetragen.^
Dieser Tag muste also für daS ganze Reich des Satans und für alle Hexen und Zauberer ein Tag deS Schreckens feyn; und dies ist der Grund, warum diese säubern Gesellen den Entschluß faß. ttn, alle Jahre an diesem Tage eine fei. erliche allgemeine Zusammenkunft zu Hal. ten, um sich gemeinschaftlich über alles dasjenige zu berathschlagen, was zur Aufrechthaltung ihres Reichs, zum Nu. tzen und Frommen ihrer Anhänger und Verehrer gereichen könnte, und nm der heiligen Waipurgis Andenken in aller Schmach und mit allem Schimpfe feiern zu können.
Um sich einigermaßen wegen be6 von der heil. Walpurgis erlittenen Un- rechts zu rächen, so pflegen die Hexen und Zauberer in der genannten Nacht nicht dlos auf dem Blocksberge viele Unthaten ru verüben, sondern sie ziehen auch schaa« renweise bei der Christenheit umher, und suchen derselben allerlei Unheil und Schaben zuzufügen, sagt die Fabel.
Wahrscheinlich entstand dieser Aber, alaube daher, weil man in den ältesten Zeitenden istenMai, als das Fest der heil. Walpurqis feierte, wobei theils von abergläubischen, theils von muthwilli. gen Menschen, viele Possen und Thor. Heiken getrieben wurden. Weil man Oie# ses Fest in der Nacht und also unter der Begünstigirns ver feilste, so
konnte'man seinen Muthwillen desto bef. fer im Verborgenen treiben; und manche einfältige und abergläubische Menschen geriethen daher auf den Wahn, daß die. fer ihnen zugefügte Muthwille von dem Teufel und seinen Spießgesellen, daS heißt von den Hexen und Zauberern her- rühren.
Die frommen und gläubigen Seelen brachten daher die Walpurgis-Nacht mit Singen und Beten und Hersagen allerlei Formeln zu, welches sie für Mittel gegen Hexerei und Zauberei hielten. Vorzüg. lich aber glaubten sie sich durch das 3d* ehen des Kreuzes bewahren und beschu- tzen zu können, womit sie sich selbst, ihre Wohnungen und überhaupt alles, was ihnen zugehörte, bezeichneten. Dieses Mittel war bas allgemeinste, weil man glaubte, der Teufel und seine Spießge. fellen fürchteten sich davor; und diese Gewohnheit hat sich bis auf unsere Zeiten erhalte.
Ein jeder von euch , lieben Leser, wird oftgenug Gelegenheitgehabt haben, nach der Walpurgis-Nacht solche Zeichen an den Thürcn der Hauser, Ställe u. f. w. wahrzunehmen. Ja ich erinnere mich, mehr als einmal gesehen zu haben, daß abergläubische Menschen ihre Ge. räthschaften, z. B. ihre Ofengabeln, Ofenkrücken, Besen, Feuerzangen u.s.w. kreuzweis über einander legen, weil die Hexen sie, wie sie sagen, alSdann nicht anrühren und also gewiß nicht, auf. ihrer Reise nach dem Blocksberge, zu Rett» Pferden gebrauchen.
Der Schlus im nächsten Stück.
Gelehrte Anzeige.
Bei Gelegenheit der Amtsveränbe- rung des Herrn Leibarztes D.’ Thom hat Herr D. Nebel dahier demselben indnrr gelehrten Abhandlung öffentlich Glück ge» Wünscht. Sie ist de morbis veterum ob- fcuris .


