Ausgabe 
2.8.1794
 
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Mziiche Anwendung der wilde» Ra- sianien.

Man weißaus Versuchen, daß diese ansehnliche, von vielen ungenützte, Früchte nach fünf Aufgüssen von Fließwasser, de» ren jeder etliche Lage dauern muß, alle Bitterkeit ablegen. Weil nun ihr Mehl süßer geworden, sogeben sie ein vortref, liches nahrhafteü Futter für daS Geflü­gel und für die Schweine.

Ausserdem geben getrocknete und von der Schaale entblößte Kastanien zer» stampft und in Wasser geschüttet, ein gu» ted Seifenwasser, um darinnen Lein­wand wie mit Seife rein zu waschen.

Andere Landwirthe machen eine Lauge von i/g eines Scheffels ungelöschten Kal, kes und 22 Maas Wasser auf einer dich­ten Leinwand.

Man laßt die Kalklauge durch den Zapfen ab. In dieser Lauge werden die mit einem Pfriemen durchstochnen Ma. ronen weichgekocht, gespalten, 24Stun» den in Wasser gelegt und verfuttert. Das mit der Bitterkeit angefüllte Kalkwasser gieße man wider die Erdflöhe auf ein Land, so man mit Kraut bepflanzen will.

Die Ziegen fressen begierig di« Blät­ter dieses früh ausschlagenden und schön blühenden Kastanienbaums, dessen große Blätter einen angenehmen Schatten ma. chen, und der ein geschwindes undguteS Bauholz trägt.

Man hat an verschiedenen Orten das Fleisch von Vieh, welches mit Kastanien gemästet worden, nicht nur wohlschme, ckend, sondern auch aus der Erfahrung gefunden, daß dergleichen Vieh von der Seuche'der Nachbarschaft befreit geblie­ben, und daß Melkkühe davon im Win­ter mehr Milch geben.

Vom Verballen des Zuges bei de» Pferden.

Hierunter ist eigentlich bas Uebel zu verstehen, welchem die Pferde auf stei­nigten Boden sehr ausgesetzt sind. Die fleischigten Theile, welche gleich unter der Hornfohle liegen , werden durch den starken Druck gequetscht, und gerathcn dadurch in eine Entzündung.

Wird diese Entzündung nun nicht baldzertheilt, so kntstehteine Erstarrung unter der Hornfohle, und diese giebt alsdann zu vielen andern Uebeln Gele, genheit.

Das Kennzeichen dieser Krankheit ist, daß das Pferd mit dem Fuß scharrt, und dadurch Schmerzen äuscrt, und durch das Anfühlen kan man sich noch mehr überzeugen, denn die Hornfohle hat viel Wärme.

Sobald man dieses Uebel vermuthet, nehme man gleich bas Eisen ab, mache einen Einschlag von einem halben Schop» pen Weinessig undzLoth Salmiak: lös« diesen in dem Essig auf, und halte den Fuß hiermit immer feucht; schone daS Pferd, und man wird es bald wieder genesen sehen.

Ist die Entzündung sehr heftig, muß man auch anfangs gleich Ader lassen.

Mittel, das porzellain und Halbpor-

Zellgin vor Sprüngen zu sichern.

Man stelle auf das Stroh, so auf dem Boden eines Kessels liegt, das neue Porzrllain, die Fayance, oder jede an­dere irdene glasirte Waare, deren Sprünge man verhüten will, so baS heiße Wasser, oder die heißen Speisen in die Glasur macht.

Man fülle den übrigen Raum deS Kessels mit kaltem Wasser, mache Feuer

Harun-