Ausgabe 
1.11.1794
 
Einzelbild herunterladen

) 177 (

Der zweite Anstrich bestehet aus 2 bis zTheilen, auf die vorhin vorgrschrie- bene Art zart geschlämmten Leimen, und einem Theile zart geschlämmten Thon, welcher eben so, wie der Leimen ge­schlämmt wird. Man nimmt nämlich Töpferthon, so gut man ihn haben kann, zerschneidet ihn, wenn er naß ist, in dünne Scheibchen, oder zerstößt ihn, wenn er trocken ist, wirft ihn in ein Ge, fäß, und gießt hinlänglich Wasser dar­auf. Wenn der Thon aufgeweicht ist, welches aber langsamer geschiehet, als beim Leimen, so gießt man noch mehr Wasser zu, und rührt es stark um, da­mit es eine dünne Brühe werde; und wenn diese Thonbrühe einige Minuten lang ruhig gestanden hat, so gießt man bas trübe Wasser in ein Gefäß ad, schür, tet auf den zurückgebliebenen Thon noch einigemal Wasser, und verfährt damit eben so, wie zum erstenmal. Das trübe Wasser muß sich nun setzen, welches, wenn der Thon sehr fett ist, wohl einige Wochen Zeit erfordert, und wenn das Wasser oben hell ist, so gießt man es weg. Den feinen Thon kann man nun gleich gebrauchen, oder trocknen und aufheben, bis man ihn braucht.

Der dritte Anstrich bestehet aus Z bis 4Theilen zart geschlämmten Leimen und iTheil Mehlkleister. Der Mehl­kleister wird wie gewöhnlich gemacht.

Man thut gutes Roggenmehl, oder wenn man Vie Kosten daran wenden kann, noch lieber Weizenmehl in ein Gefäß, gießt siedendes Wasser nach und nach darauf, rührt es so geschwind als möglich um, damit keine ganze Mehlklümpchen darun- ter bleiben, und so ist der Kleister fertig.

Den vierten Anstrich kann man auch aus diesen Zusätzen machen; wenn man nämlich 3 Theile zart geschlämmten Lei»

men, iTheil zart geschlämmten Thon, und i Theil dünnen Mehlkleister untre einander mischet.

Der Gebrauch dieses Brandabhal- tenden Bauhdlzanstrichs ist nun folgen­der. Wenn man den ersten Anstrich gebrauchen will, welcher ans bloßem zartgeschlämmren Leimen besieht, so nimmt man diesen zartgeschlämmten Lei­men entweder, wenn er noch weich und wie ein Brei ist, oder wenn er hart ge, worden ist: wo man ihn dann wieder mit Wasser einweichen und umrühren muß, damit er zum dicken Brei werden und keine harten Klümpchen mehr dar­unter seyn. Diesen Leimbrei streicht man nun mit einem Maurerpinsel, oder mit bloßen Fingern auf das Brandgefähr­liche Holz, als Dachsparren, Latten und andres Holz, welches bei einem Brande leicht vom Feuer ergriffen werden kann. Das Holz muß aber rauh gehackt oder geraspelt werden, damit der Anstrich desto leichter und fester anhält. DaS dünne Bauholz kan einen guten Messer­rücken dick, das starke Bauholz aberzwet Messerrücken, und wohl noch dicker be­strichen werden.

Der Schlus im nächsten Stück.

Gelehrte Anzeige.

Der Herr Professor Scbaumanu her im vorigen halben Jähr seine Vorle, fungen über philosophische Wissenschaf­ten mir sehr großemundallgemeinemBei- fall eröfnete, hat bei dem Anfang seiner Winkervorlesungen einen kurzen Leitfa­den unter dem Titel:

Aphorismen zur Logik und Meta Physik, anstatt der Dicksten für seine Zuhörer"

auf i r/2 Bogest in 8vo, abdrucken lassen.

* Ehren-