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Von einem BrättSaKhalte"d§n Brruhslz- anstriche.
(Aus demVolksfreunb.)
Bei der gewöhnlichen Bauart Uttfc. ttt Häuser, ist man noch immer sehr we. nig darauf bedacht, wie man ein Ge. bäude gegen den Brand schützen könne.
Der Obertheil eines Hauses ist meh. rentheils mit dünnem Bauholz und Bret. tern versehen, die sich von der Feuer, flamme leicht entzünden lassen, und desto geschwinder das Unglück einer Feuers» brunst verbreiten. — Um große und ge. fährliche Brände zu verhüten, hat man nun einen Bauholzansirtch erfunden, mit dem man das leicht feuerfangende Bau» Holz überziehet, und der die beste Wir» kung thut, und daher einem jeden Haus» besitzet sehr zu empfehlen ist, denn ein jeder kluger Hausbesitzer wird leicht ein» sehen, wie nothwendig und nützlich es sey, daß er sein Haus so gut als mög» kich verwahre, damit es, imFallesvon einer Feuersbrunst bedrohet würde, der Wuth des Feuers einigen Widerstand Id* .sten könne. .
Dieser Hokzanstrich schützt das Bau» holz, und wenn es auch noch so dürre ist, doch so stark gegen das Feuer, daß es nicht leicht in Brand geräkh, und wenn es auch wegen zu starker Gluth zu bren. nen anfängt, doch nur langsam fort, brennet, oder wohl gar von selbst ver. löscht. Dieser Anstrich ist sehr wohlfeil und ohne vrde Mühe zuzubereiten ; er ist weder Menschen noch Vieh noch dem Holze schädlich, er bleibt zur Brandabhaitung Viele Jahre lang dauerhaft am Holze hängen , und wenn er ja beschädigt wird, so kann er leicht wieder ausgebessert werden.
' Es ist dieser Brandadhaltende Bau. holzanstrich von viererlei Art- die eine
erfordere zwar mehr Mühe, als die an. dern; aber dafür ist auch diejenige, welche die meiste Mühe kostet, die beste und dauerhafteste.
Der erste und am leichtesten zu ver. fertigende Anstrich bestehet aus bloßem gemeinen Leimen, und wirdauffolgende Art gemacht. — Man nimmt eine hinlängliche Menge gemeinen Leimen thut ihn in ein Faß, fchütket so viel Wasser darauf, daß es etwa eine halbe Elle hoch über dem Leimen steht. Man läßt nun den Leimen einige Stun- den lang im Wasser, bis er ganz aufge- weicht ist, wahrend derzeit rührt man ihn einigemal mit einem Stabe um, damit er desto geschwinder weicht. Wenn nun der Leimen durchweicht ist, so rührt man ihn noch einmalmitdemStabe stark um, damit das Wafferrecht trübe werde.
Dieses trübe Wasser läßt man hernach ein paar Minuten lang ruhig stehen, damit sich dergrobe Sand fetze, und nur der feine Leimen im Wasser bldbe, auch muß dieses Wasser von Wurzeln, Grashalmen und anderm Unrathe wohl gereinigt seyn. Wenn sich der grobe Leimen nach dem lezten Umrühren einige Minuten lang gesetzt har, so gießt man das trübe Wasser ganz langsam in ein andres Gefäß. Auf den zurückgebliebenen groben Leimen, kann man noch einigemal Wasser schütten, es eben so umführen und abgießen, wie das erstemal. Dieses abgeschüttete und alle zu. sammengegojftne Wasser, laßt man nun einen halben Tag, oder noch länger ruhig stehen, damit sich der zarte Leimen ganz zu Boden setze, und das Wasser oben ganz hell werde. Dieses Helle Was. ser gießt Man nun behutsam weg, und den zu Boden gefallenen Leimen kann man entweder gleich brauchen, ober ihn zum Gebrauch aufheben.
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