Ausgabe 
30.11.1793
 
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GeZen dm VOM.

OhneBedingung, oder ohne Rücksicht auf Ort und Umstände, «ine andere Haue, zeit vorzuschlagen, würde unvorsichtig und unverwerflich; auch es nicht immer gut seyn, im Monat August den Anfang mit der Hauung zu machen, indessen ist es doch am besten, allesHolz, welches über . der Erde, zu weichem Behuf es auch sey, gebraucht werden, soll (wenn esOrt und Umstande erlauben) im Frühjahr, oder in der Saftzeit, zu hauen.

Um Ortund Umstände, die schon oft verschieden seyn können, mögen sich die» jenigen bekümmern, welche Holz wollen fallen lassen. Es ist ein Grundsatz, daß von gesundem Holze dasjenige das beste, das dauerhafteste ist, welches am tro. «kensten ist.

Das Holz, welches in den Winter, Monaten gehauen worden, ist voll zähen Saftes, und wegen Mangel der Gäh- rung bleibt solcher größrentheils in dem» selben.

Das Holz aber, welches zur Saft» zeit gefället wird, hak «inen gährenden, fliessenden Saft, und wird solcher durch die weit mehr offenen Doros, wo nicht ganz, doch meisientheils, aus selbigem gleichsam heraus getrieben.

Ein Baum im Frühjahre gehauen, der Knospen gewonnen, wird, von sei­ner Wurzel schon abgesondert, noch Laub, treiben.

Hat hier der gährende Saft noch so viel Kraft, daß er durch die Aeste und Zweige Laub austreiben kann, wie viel mehr muß er sich aus einem beschlagenen Stück- Holz, ergiessen!

Es braucht gar feiner besondern Ver» suche um zu erfahren, ob das im Winter oder Frühjahr gehauene Holz besser und geschwinder auötrocknet. Ein jeder Holz»

arbeiter weiß es, baß Holz, welches am mehrsten ausgetrocknet ist, auch die we» nigste Nahrung zu Würmern, und we, nigern Stoff zum Schimmel, SchwLm» men, oder überhaupt zur Faulniß giebet, daß das trockneste Holz zu allen Arbeiten am liebsten genommen wird, weil es am dauerhaftesten ist, und dann, daß das im Frühjahr gehauene am mehrsten und geschwindesten austrocknet, hingegen daß das im Winter abgebrachte, lang» sam und nicht gänzlich den Saft verliert. Schon allein dieserwegen also sind die Frühlingshauungen denen im Winter vorzuziehen.

, Zweifelt man noch daran, daß das Frühlingsholz mehr, wie das im Winter gehauene austrockne: so nehme man ei­nen Cubikfuß Holz, welches in der Wa- delzeit gehauen ist, und von eben dem Orte und von eben der Gattung Holzes, nen Cubikfuß, welches man im Frühling gefällst hat, lasse beide Stücke an einem Ort ein Jahr lang, und noch länger, zum Austrocknen liegen, so wird dasim Win­ter gehauene immer schwerer, wie das andere bleiben, und ist die Ursache die­ser mehrern Schwere wohl etwas anders, als der zurückgebliebene zähe Saft, die beste Nahrung der Würmer, der Stoff zur Fäulniß?

Daß sich aber der Saft im Holze mcht wieder zurück ziehen könne, sondern im Winter im Baume bleibe, beweiset folgendes Experiment. Man schneide von einem Stamm frischen Holzes, der etwa einen halben Fuß im Durchmesser stark ist, ein Stück von einem Halden Fuß oder 8 Zolllang herunter, mache daran an beiden Enden eine Höhlung, etwas Zoll tief, befestige diesen Conus berge» sialt auf einem gläsernen Cylinder, daß er so in die Höhe baraufzu stehen komme, wie er natürlich gewachsen ist, stelle sol­chen auf die Luftpumpe, und giesse die

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