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Verfolg.
Wenn man aber die viele« Lichter bei rechtem Lichte besteht, so verderben sie die liebe erquickende Luft häßlich. Nimmt man dazu, daß sie nur für eine Menge . Gäste, die man recht wohl bewirthen will, die so in gedrängten Reihen durch Athen, rind Ausdünstungen jeder schon seinem Nachbar d,e Atmosphäre verdirbt, daß Ire mit einem Worte für Schmaußereien und Bälle angezündet werden , so wüßte ich nicht, was ich meinem Wirthe für ein Gegenkompliment sagen sollte, der mir das Bischen reine Gottesluft so recht absichtlich entziehen und die schlechteste, in welcher Thiere nur mühsam lebe«, vor, fetzen will. Mit wie vielen Anwandlungen zur Ohnmacht, soll es ihm nun nicht erst dje Dame verdanken, die sich der Festlichkeit wegen stundenlang bei der Toi- zette bemühte, ihre Brusthöhle durch ein tzischhejneryes Werkzeug bis zum Drittel zu-vermindern, und so bis zur Wespe zusammen aeschnürt / kaum auf freiem Felde reine Luft genug zum Leben einzuziehen vermochte! Mags, wer da will -7 mit so vielen Lichtern in einer Stube wünsche ich nicht regaurt zu werden. —
— Wer es genau nimmt, sollte in der Stube, worin gegessen worden ist, und wo der Dunst der warmen Speise die Luft verschlimmert hat, sich nicht ver, weilen, bis sie wieder ausgelüftrt wor. den. —
Es ist sehr ungesund in Kammern zu schlafen, wo, wie bei geringen Leuten, ein Vorrath grünen Obstes aufbewahret wird. Eine Menge Brennbares, wa6 in der Gestalt drsObstq^uchs ausdampft, nähert die reine atmosphärische Luft gar bald der phlogistiscym und ungesunden.
Auch Vorrathskammertt anderer Ark, Wo Hausbedürfnisse und Speisen aus dem Thier- und Pflanzenreiche in Mengest«, hen, vorzüglich Orl, Lichter, rohes, ge« kochtes und gebratnes Fleisch, Gebäck, nes, sind keine gesunden Wohnörter für Menschen. Man merke überhaupt, was viel Geruch giebt, verdirbt die Luft merklich.
— In der schwarzen Wasche sind die Auswürfe der Haut vorhanden, und kein Vernünftiger kann es dulden, daß sie in seinem Wohnzimmer aufbewahrt oder gewaschen werde, aus ähnlichen aber die Delikatesse beleidigenden Gründen.
— Wer es haben kann, sollte durchaus nicht in der Stube schlafen, in welcher er Tags über sich aufhält. Die Betten dampfen nur sehr allmälig die AuS. vünstungen wieder von sich, die sie deS Nachts von den Schlafenden in sich gezogen haben, und verderben immerfort bei Tage die Luft des ZimmerS, wenn es auch früh durchlüftet worden ist.
Sechs geschäftige Uhrmacher verderben die Luft noch lange nicht so sehr, als zwei Raspeler. Ich warne daher, daß man Arbeitsörter in Fabrikhäusern, vorzüglich wo körperliche Bewegung ausgeübt wird, doch ja lieber zu hoch als zu niedrig, lieber zu luftig als zu eingesperrt anlegen lasse, und sie der Reinlich, fyt und gu en Lage ungeachtet, dochnoch öfrers lüfte. Es ist unglaublich, in welcher kurzen Zeit in solchen Fällen die Stu- benluftveiderbt u. untauglich zum Athen,« holen gemacht wird Das elende kranke Ansehen und die große Sterblichkeit der Bewohner vieler Arbeitshäuser überhebt mich eines weirläuftigen Beweises.
Die Beschäftigung mit unreiner Wolle, mit Oelfarben, oder Dingen, wozu glühende Kohlen gebraucht werden, ist auch in anderer-Hinsicht nicht unschuldig.
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