Ausgabe 
23.11.1793
 
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Vom wadel.

Verfolg.

Dem Wadel wird die Saftzeit ent* gegen gesetzt. Dieses ist diejenige Zeit, in welcher sich der Baumsaft wieder zum Wachsthum wirksam befindet» Der Saft ist alsdenn in voller Bewegung, weswe. gen die Saft - und Luftröhren des Hol« zes und zugleich wegen der von aussen wirkenden Luft am stärksten oder wette, sien ausgedehnt oder geöfnet sind. Die Saftzeit fängt also mit dem neuen Zu­tritt des Saftes an , äußert sich durch den Ausschlag der Blätter und Blüte, und endigt sich mit der Saamenrrife und dem Abfallen der Blätter.

Da wir aber diese beiden Zeitendes, wegen betrachtet haben, um den Zustand des Hokzeö daraus zu beurtheilen, so wird es auch darauf ankommen zu um tersuchen, worin dre Festigkeit und Dauer des Holzes bestehe, und wodurch sie be. Wirkt werde.

Dre Festigkeit des Holzes bestehetan u. für sich in der Stärke der Verbindung des holzigen Gewebes, und die Dauer in dem Zeiträume seines Gebrauchs oder Nu« tzung. D'e Stärke u. Genauigkeit der Ver­bindung des holz gen Gewebes sind die er, sien Ursachen von derFestigkrit und Bieg- samtett des Holzes, und nach den Grrn den derselben unterscheiden sich nicht nur die verschiedenen Holzarten unter sich, sondern auch oft sogar das Holz der Bäume von einerlei Holzart Je genauer und starker daher dieses Gewebe in feinen Verbindungen und Zusammenhänge ist, oder gemacht werden kann, desto fester ist das Holz. Wir kennen aber noch keine M.ttel, dürfen sie auch wohl nicht er­warten, die Festigkeit eines Holzes Übet die ihm eigene verstärken oder vermehren zu können, und, da die Festigkeit des

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Holzes mit zu dem'eigenen einer Holzart gehöret, so werden wir uns mit der ihm eigenen Festigkeit begnügen müssen.

Die Dauer des Holzes, selbst des Holzes von einerlei Holzart, laßt sich we. gen der verschiedenen Gebrauchsanwen­dungen nicht allgemein bestimmen. In diesem Falle wird ein festes Holz erkor, dert, und in jenem ein zähes und bießsa- mes. Bald soll es blos im Trocknen ge­braucht werden, bald imNassen, und in einem andern Falle muß das Holz beides aushalten können. Ein festes Holz ist in gewissen Fällen bei weitem nicht so dau. erhaft, als ein minder festes, und man­ches Holz, das beim Wasserbau so vor­züglich dauerhaft ist, wird beim Land, bau von einem andern übertroffen, wel­ches bei jenem von kurzer Dauer ist In Absicht der Dauer dürfte es mehr auf die Bestandtheile, als auf das Gewebe an­kommen. Ueberhaupt aber sind der Dauer des Holzes die wässrigen Tbeile zuwider, wenn es im Trocknen gebraucht wird. Diese zerstören durch ihre Stok. kung und Fäulnis das holzige Gewebe, und befördern Schwämme und Wurm, fraß.

$«r den wadel.

Dasim Winter geschlagene Holz ist weit dauerhafter, wie das, welches im Sommer yefället worden.

An einer bretternen Planke, oder freien Wand, halb von Büchen- und halb von Eichenholze geschnitten, wozu das Büchenholz um Weihnachten, das eichene aber äusser dem Wadel gehauen worden, sind in 20Jahren die eichenen Bretter schon abgängig und faul, da die buchenen noch in gutem Stande sind, ob- gleich beide Arten Bretter dem Wetter gleich stark ausgestellt gewesen Ramm- let man im Wasser unter der Erde buchene Pfähle ein, von denen einige im Winter, die