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nm> Di«. Kichern werben im Frühjahr im s4pri( , wenn nan die Erbsen säet, auch gesaet, untergepflügt, und mit der Ege überfahren. Man säet sie abervirldün- ner, als die Erbsen, well sie sich aufdem Lande sehr ausdreiten. Wer nun in sei' nem Garten Kichern ziehen will, derkan .solche, auf die nemlrche Art, wie ichs mache, erziehen. Ich lasse fi# wie die .Zucker»Erbsen fyzAMl stecken, undthu« Tn jedes Loch 3. 4 5. Wenn sie oufge# :gangen sind, so Msiß man das Unkraut ausjäten, alsdann wachsen sie aufrecht, etwas gebogen in dünne holzigte Sten« gel, mit vielen Nebenzweigen, welche ein wenig rauh sind, 4 bis 6Schuh in die Höhe, wclnn sie guten Grund und Bo. den haben, und man ihnen im Gatten Stecken, gleht, (waches aber auf dem Acker nicht'nöthig ist). "DieBlatter sind Hn wenig eingeschnitten. Sie blühen gemeiniglich im Junius tHeils weiß, theils fleischfarbig; hieraufkommen kleine üüfgeblafene länglichte Schötgen, in rod* ehen gemeiniglich zwei solcher Kichern sich befinden, welche, wann sie reif sind, weiß- gelb ausrehen, und nicht wie die Erbse, rund find, sondern wie zwischen den Fin* gern platt gedrückt und ein wenig eckigt. Wenn die Stengel und Saamen-Schöt. gen gelb werden, so ists Zeit, sie adzu» schneiden; man läßt sie. sodann erlich« Tage auf dem Acker, oder sonst an einem luftigen Ort liegen, daß sie recht trocken und dürre werden, und sodann drischt und reiniget man sie.
Es ist wahr, was D. Mich. Beruh. Dalentini in seinem Kräuterbuch sagt: „Wenn man die Kicher-Erbsen röstet, dis sie schwarz werden, zu Pulver stößt, und in Wasser siedet, so schmecken sie wie Caffee, weswegen einige dieselbe Coffee-Erbsen nennen; sie riechen roohl, und vd die Brühe davon schon etwas dittek
schmeckt, ist diese Bitterkeit doch nicht widrig, und man kan solche schon angenehm machen, wenn man halb Kicher« und halb Eoffeebohnenröstek, und damit vermischet, und gehet an denselben eben so viel ad, als am Coffer. Esistgewis und sicher, daß unter allen Hülsenfrüch- ten, mit welchen man den Coffee nach, ahmen wollen, keine gefunden morde« seyen, mit welchen diese Sache so wohl angegangen, als die Kichern."
Diese Anmerkung gab uns Anlaß, die Sache selbst zu untersuchen. Und nun haben wir seither auf nachfolgende Weise unsere Kichern zum Caffee vernüzt. Wiv lassen solche rösten, wie den Caffee, aber nicht, bis sie schwarz werden, sondern wann man sie in der Röstpfanne beständig mit einem Kochlöffel während dem Rösten umrührt, und sie fangen an, einen ganz natürlichen Caffeegeruch unter einem wohlriechenden Dampf von sich zu geben, so giebt man Acht, obsiebraun- roth werden. Ist dieses, so heben wie sie vom Feuer, und thun sie in «ine Schüssel, decken solche behende zu, und schütteln sie ein wenig durcheinander; alsdann lassen wir sie zugedeckt nach und nach verschwitzen und erkalten.
Wir haben die klügste Ccrffee-Schwk- stern, welche von dem guten Geschmack eines ächten Caffee urkhcilcn wollen, da* mit angeführt; und wenn wir dieselbig« fragten: ovihnen derCaffee gut schmecke? so haben sie geantwortet: ja, es sey gewiß brauner Caffee. Und ro?nn wir ihnen die Wahrheit sagten, daßesmitCaf- fecbohnen vermischte Kichern seyen, so wollten sie es so lange nicht glauben, bis sie es selbst nachmachten. Wir nehme« nemlich gemeiniglich im Gewicht die Hälfte geröstete Kichern und di« Hälfte gerösteten Caffee.


