Ausgabe 
9.11.1793
 
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davon giebt dem Getreibbrandtewein nen angenehmer» Geruch und Geschmack.

Scandix Cerefolium , Nadelkerbel, wächst auf dem Ackerfelde, die Blatter ißt man an Suppen, Kuchen und an» dern Speisen, die sie schmackhaft und angenehm machen.

Carum Carvi, Feldkümmel, ist auf den Wiesen sehr gemein, allem der Same wird nur genutzet, da man m Teutschland hie uud da solchen an ewige Gemüse thut, den Weißkohl oder sauer Kraut und anderes damit einmachet, vor- nemlich in Brod und Käse menget. Auch die Blätter werden unter den Kohlkrau­tern gekocht, und die Wurzeln, wenn sie noch zart, sind noch niedlicher.unda«ge­nehmer als der Pastinack, folglich kann diese nüzlich« Pflanze den nagenden Hun­ger der Armen gar leicht stillen, und sollte dec nüzliche Gebrauch davon bei une U6l* ser in Acht genommen werden.

Tulpia fylveftris, wilde Tulpe. Da­von schreibt Hiorth, daß diese sonst fremde Pflanze in Schweden an manchen Orten einheimisch und recht gemein worden. Sie vermehrt sich durch die Wurzel. Wenn man die Zwiebel kocht und mit Butter und,Pfeffer zurichtet, soll sie angenehm und gesund zu essen seyn.

Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.

i) Samstags den zoten November, Nachmittags r Uhr, soll ein von weiland Fürstl. Bergrath und Professor D. Bau. mer dahier hinterlassener, auf gewissen in den Gemarkungen der Oerter Klein- linnes, Allendorf Hüttenbergs, Lützr- linden und Gießen liegenden Grundstücke haftender, und im Ort Kleiniinnes erho. den werdender ständiger Zruchtpacht und

Geld-

TJaucus carota , wilder Pastinak, wLchst oft an dem Rand der Aecker und macht mit dem Garten Pastina» eine Gat­tung aus; daher auch die Wurzeln oder Möhren, ehe sie schiessen, mit jenem eb nerlei Geschmack und Gebrauch in der Küche haben.

Heracleum fphondylium , Bären­klau oder Seeplumpen. Es heißt, die Polacken und Lithauer machen aus den Blättern und Samen, nachdem sie ein Gährungsmittel hinzugethan, em Be- tränke, welches den Armen statt des Biers dienet. Die Einwohner von Kam- schatka essen die blossen Stengel , nach- dem sie sie geschälet haben. Die Russen schälen die Stiele der untern Blatter, hängen sie an die Sonne, baß fteetroad austrocknen, binden sie m Buschel zu­sammen und hängen sie wieder auf, bis sie gelb werden, thun sie m Sacke, da dann ein süsses dem Zucker nahe kommen- des Mehl an ihnen hervor kommt, wel­ches sie nach geschehenem Rütteln und Abreiben sammlen und ihren Gästen, als Leckerbissen vorlegen.

Angelica Archangeüca , großer An* qelik, heil. Geistwurz. Die Stengel wer- den von den Lappländern geschalt, ehe die Krone sich aufthnk, und hernach roh aeaessen; da sie dann wie Aepfel schme- cken und so gesund sind. Der SEN

und mit Vergnügen gespeist, mdem sie an Geschmack und Nahrungskraft den Spargeln ziemlich nahe kommen. Der Genuß der Blatter im Frühling ist als ein Zugemüs bei einigen id^on langst be kannt, und hat in theuren Zetten den Ar­men schon öfters ausgeholfen. Man heißt ihn auch den wilden Spinat, weil seine Blätter dem Spinat gleichen. Sie sind gesünder als dieser, erhitzen das Ge- blüt nicht so, sondern erofnen den Leib.