Ausgabe 
8.6.1793
 
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Zang verwehrte. Solche Leute müssen den unschätzbaren Werlh der Luft gar nicht kennen, welche alle Ritzchen und Fugen mit Papier verkleben, auch wohl noch Decken vor die Thüren hängen, und so alle ungesunde Ausdünstungen aus den Hautlöchern und ans der Lunge in den enoea Behältern auffangen, um so statt des Ledens Krankheit und Tod einzuhau« eben. Ich habe traurige Beispiele dieser Art gesehen, und.es kränket mich, daß meine Warnung schwerlich bis zu ihren elenden, selbst. gewählten Kerkern drin, gen wird.

Leichenblaß und muthlos fühlen sie ein ihnen Unbekanntes Gift in ihren Adern wühen, sie fühlen ihre Gesundheit all« mählia untergraben, so wie das von ih­ren Fenstern herabrinnende Wasser die Fensterrahmen verfault; Kachene, Ge­schwulst und Lungensuchk raffen sie hin­weg, nachdem sie ihre Kinder an schlei­chenden, abzehrenden Krankheiten, die sie gröstentheilS vom Zahnen, Befchreien und Bev xen hcrlnten, dahin sterben, Oder durch Rachitis zu Krüppeln haben werden lasten. Wo ist der mitleidige Mann, der sie eines Bessern belehrt?

Die sogenannte Gänjepest.

Verfolg.

Ist die Gans schon mit dem Kah be­fallen, welches man daraus abnehmen kann, wenn sie gar nicht fressen will, und die Spitze ihres Schnabels und ihrer Zunge we>ßer als gewöhnlich ist, so nehme man folgendes Mittel zur Hand: Man mache oben auf der Zunge, da, wo die Vertiefung längst der Zunge ist, unqe- sehr einen halben Zoll von der Spitze nach derselben zu einen Schnitt. Ist der Einschnitt tief genug gemacht, so zeigt

sich eine kleine Abek. Diese Aöek schnei­det man heraus, giebt der Gans ein Loth Butter ein, worin sechs bis sieben Pfef­ferkörner geknetet sind, und läßt sie hier­auf einige Stunden dursten.

Die Auszehrung ist die dritte Ursache des häufigen Gänsesterbens. Diese Krankheit fällt vorzüglich in die Zeit, wenn sie Federn bekommen. Alsdenn hat es mit ihnen eben die Bewandnis, wie mit jungen Kindern, wenn sie Zähne bekommen. Das Wachsen der großen Federn, nimmt ihnen Saft und Kraft weg, sie werden znlezt so matt, daß sie nicht mehr im Stande find., das Gras abzuschneiden, und endlich für Mattig­keit dahin sterben. Nothwendig ist es daher, daß man dafür Sorge trage, daß die jungen Gänse von der Zeit an, da sie die ersten Spulen treiben, bis dahin, daß das hauptsächlichste geschehen ist, an guter Nahrung keinen Mangel leiden, daß man ihnen alle Abend etwas Brod, Gerste, Haber und dergleichen,giebt, da­mit sie bei Kräften bleiben. Freilich wird alsdenn die Gänsezucht etwas kostbar, zumal, wenn der Haber theuer ist; allein, will man seine Gänse zur Zeit des Spu­lens nicht besser futtern wie sonst, so muß man die denn auch sterben lassen , die mit zu weniger Nahrung nicht vorlieb nehmen wollen, noch können. In den Maschgegenden ist dieses der Fall. Man futtert daselbst die Gänse so wenig mit Brod als Korn, das doch in den meisten Geestgegenden gelchiehet, und dieserwe- gen ist der Unterschied zwischen beiden so groß, daß niemand leicht Maschgänse kaufen wird, so lange er noch Geestgänse haben kann, weil erstere sogar auf dem Maststalie noch lange schwindsüchtig sind.

Der Verfolg künftig,

Be-