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selbiges mit der Ablektuttg verbunden
Werden.
Der Verfolg im nächsten Stück.
Anekdote
von Friedrich dem Großen.
Friedrich entzog ernst, ald das Getreide, welches noch kurz vorher in sehr hohem Preise stand, wieder zu fallen anfieng, seiner Garde die Commißbrodle, Welche er derselben, jenes hohen Preises wegen, zugestanden hatte. Die Garde war hierüber sehr mißvergnügt, und bt» hauptete, dieser Zuschuß werde ihr viel zu früh entzogen Es wahrte nicht lange, so brach dieses Mißvergnügen in ein lau» tes Gemurmel aus, und ein Theil der Garde beschloß sogar, den König deshalb zur Rede zu stellen. Man versammelt sich vor dem Schloß; Murrsinn spricht aus aller Zügen, und mit unge. duldiger Entschlossenheit nähern sie sich der Wohnung des Königs Dieser ahndet sogleich die Ursache dieses Auflaufs. Gewohnt, daß man ihm unbedingt g«, horche, und es nie sich unterfange, ihm zu widersprechen, wird er über diesen Anblick eben so betroffen als entrüstet. Schon der Gedanke einer Geqenvorstel. lung, gesetzt auch, er könne derselben hinreichende Gründe und Macht entge, gensiellen, schon dieser Gedanke ist ihm zuwider. Allein sein immer gegenwärtig qer Geist weiß sich den Augenblick aller Verlegenheit so glücklichzuentziehen, daß er vielmehr seine Gegner auf die lustigste Art von der Welt überrascht und sie äusser Stand setzt, ihr Vorhaben auszu- führen. Der Kammerdiener meldet die Unzukriednen; der König befiehlt, sie in dem Vorzimmer warten zu lassen; sie treten herein, setzen sich in die gehörige Fassung, und sprechen durch Mienen und leise Töne denen Muth und Herz ein, wrlche sie zu den eigentlichen Sprechern
gewählt haben. Jezt tritt Friedrich herein, den Degen an der Seite, den Huth auf dem Kopf, mit einem Wort als Soldat, sieht ihnen scharf ins Gesicht, und commandirt: Richt euch! DiesesCom- mandowort, von dem König gesprochen, wirkt elektrisch auf die versammeltenGar- disten —- sie richten sich augenblicklich. Der König fahrt fort: Rechts um kehrt euch! sie kehren um, wieder nach der Tbüre zu. Marsch! ruft endlich der König, und die Gardisten setzen sich in Bewegung, und geben gehorsam, regelmäßig und mit abgemessenen Schritten wieder zurück, woher sie aufgebracht- widerspenstig und unordentlich gekommen waren. Jezt gehr Friedrich wieder in sein Zimmer — und die Gardisten sie- hen betroffen da, sehen einander an, und wissen nicht, wie ihnen geschehen ist.
Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.
i) Nachdem- Mittwoch den i8ten D-c-mb-r Morgens yUhr auf dahiesi. gem Rathhaus, das von des Burgers und Wagnermeister auch Constabler Korporal Krauskopfs verstorbenen Ehefrau hinterlassene Wohnhaus nebst Scheuer und Stallung, öffentlich an den Meist, bietenden verstrichen werden soll, als können diejenige, welche mitzustreicheu gesonnen sind, sich alsdann einfinden. Gießen am 2. December 1793.
Fürstl. Hess. Oberamr daselbst. Rayß.
2) Das auf dem Neuenweg neben Schlosser Krailings Hofraite stehende Wohnhaus nebst dem vor demselben Ire, gende Gärtchen der Witwe des ehemaligen Landbataillons Tambour Schneiders soll Montags den 23. Decemdr. an den Meistbietenden verkauft werden. Wer daher Lüsten har, auf gedachtes Wohnhaus


