Ausgabe 
7.12.1793
 
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Kurze

deuklr'che Anweisung, wie man durch einen an jedem <3>rte wohnenden Schmidt, oder andere im Metall arbeitende Handwerker, eine sichere Wetterableirung mit sehr geringen Rollen an allerhand Gebäuden an­legen lassen kann.

Zweck der Wetter able i tung überhaupt.

Diese Anweisung lehret, wie man aus einer vorüberziehenden Wolke, die ein Gebäude treffen könnte, einen Wetter- strahl oben so auffange, daß er nicht auf einen andern hervorstehenden Theil des Gebäudes falle: und baß man dabei feine Gewalt, so viel möglich, verhin» bere, und ihn so zu wenden suche, daß er das Gebäude nirgends verletze, und ihm endlich auch einen freien Abflus ver­schaffe. Alles dieses wird durch eine jede zusammenhängende Strecke Metall, von welcher Art man.wolle, nach viel» fälliger Erfahruug erhalten.

Allgemeine Anweisung, den Blitz auf- -ufangen.

An Wohnhäusern in Städten, Schlös. fern und andern Gebäuden auf dem Lande lasse man eine metallene Stange oben am Gebäude so befestigen , daß sie wenigstens «inpaarFuß, und, nachdem selbiges sich weit erstreckt, mehr über die höchsten Theile, Schornsteine u. s. w. hervorrage.

Oben an der Stange muß eine drei, eckte, schmal und scharf zulaufende 1/2 Fuß, oder drüber, lange meßingene Spitze angelötet w-rden, (auch eine aus puren Eisen zugespitzke Stange ist hierzu geschickt,) welche, wenn einmal ein Wet- kerschlag darauf gefallen, wieder zuzu- schärfen, oder zu erneuern ist

Di« Dicke der Aussangsstange kann ßtw- 1/2 Zoll oder 3/4 Sott im Gevierte

fepn, oder man nehme ein dünneres, aber ein paar Zoll breites Eisen.

Die Befestigung dieser Stange kann zur Seite eines Therls vom Gebäude mit eisernen Krampen geschehen. Sie kann aber auch sicher mit ihrem untern Ende auf einem hölzernen Pfosten, Sparren, oder jedem Theile des Gebäudes, befe- stiget werden, wenn nur die ganze Strecke derselben, von oben bis an den Hals, wo die fernere Ableitung anschießt, frei stehet, und nicht durch Holz, oder sonst einen Theil vom Gebäude, durchgehet.

Der schicklichste Ort, die Stange anzubringen, ist gemeiniglich am Schorn, steine, sie mag nun blos am Schorn­stein selbst, oder zu mehrerer Festigkeit, daneben auf die First an den zusammen- schiessenden Sparren angeschlagen wer- den. Es gilt dieses besonders, wenn der Schornsteinaufder First, odernichtweit davon steht, nndhoch erhaben ist. Wenn aber die Schornsteine seitwärts aus dem Dache hervor gehn, und nicht viel über der First erhaben sind, so kann die Stange mitten auf der First errichtet werden, und besonders auf der Seite des Daches, die dem freien Zuge der Wolken ausqesitzt ist, nur baß sie höher, als die Schorn- steine u. s. w. hervorrage.

Bei mittelmäsigen Gebäuden ist als, dann eine Stange zureichend: bei einem weitläuftigern aber, dessen Gidel, her vorragende Schornsteine u. s. w. 40 Fuß von einander entfernt wären, zumale» wenn es frei steht, oder hoch hervorra- get, müssen entweder an mehrern En­den Stangen aufgerichtet, oder neben ei- ner Stang« noch die ganze F rst, nebst den andern hervorstehenden Schornstein u. s. w. zumal aber derjenige Theil des Gipfels, von welchem der Blitz leicht, ohne die entferntere Stange zu berühren, zur Ableitung durchbrechen könnte, mit Metallen (von welchepArt) belegt, und

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