Ausgabe 
2.11.1793
 
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aermafen auf die Kräuterkunde gelegt, der wird hernach den armen oder noth. leidenden Landleuten solche angezeigte Pflanzen leicht kenn'oar machen können.

Salicornia europaea herbaceä , Salz- traut, wächst häufig an den Ufern des Meers, besonders an der Norwegischen, Gothländifchen und Englischen Küste. In England macht man dieses Kraut zu einem Salat, indem man es mit Essig? und Salz zubrreitet.

Veronica beccabnnga, Bach - oder Wafferbunge, kann im Frühling auch als ein Salat genossen werden. D. gr# Hard in der ökon. Pflanzenhistorie 2 Tb. ©.151. schreibt:Ich habe es selbst ver­sucht, die Gipfel derselben im ersten Früh, lina statt eines Spinats mehr ab? einmal zu essen, und selbige recht schmackhaft gefunden. Es verdient dieselbe an seich ten fliessenden Brunnenwassern in der Menge erzogen zu werben, wie man es anderwärts mit der Kresse macht, alsm den 2 Brunnen bei Erfurt, wovon Hr. Reichart einen eigenen Tractat ge­schrieben.

Pinguicula vulgaris , Alpsanikel. Daraus wird in Schweden eine bitte Milch zubereitet, die sehr im Gebrauch ist.' Ma» legt von dieser Pflanze frische und recht fette Blätter in den Seiher über welche die erst gemolkene Milch, so wie sonst beim durchseihen, gegossen wird. Sie wird sodann auf einen oder den an­dern Tag zur Säurung hingestellt: dar. auf erhält diese gestandene Milch viel ein dichteres Wesen als sonst, es sezt sich auch keine solche Flüssigkeit wie sonst zu Boden, dabei aber wird sie dem Geschmack ungemein angenehm, odman gleich nicht so viel Rahm bekommt. Hat man feine Milch einmal auf diese Art zugerichtet, so braucht man iu Verdickung der zukünfti­

gen keine Blätter mehr, sondern man nimmt nur einen halben Löffel voll von der ersten also angesäuerten Milch, und mischt es unter die neue; so wird sie eben diese Beschaffenheit annehmen; so kann man auch diese wieder zu einer drit­ten Milch nehmen und so immer sortfah- ren, daß diese-Art von Gährung ohne Ende sortgehet und von seiner Kraft nichts verlieret, welches in der Tbat eine wunderbare und noch wenigen bekannte Erscheinung ist, wie solches Linn.infet< ner FL Lapp, beschrieben hat.

Valeriana Locufla, Ackerlattich, wächst häufigaufdemBraachselde. Man sammlet die Blätter im Frühling und Herbste, ehe das Kraut in Stengel schief, fet; die Wurzel wird davon weggethan und hernach mit Oel, Salz und Essig als ein Lattich gespeist, mit welchem es einen gleich angenehmen Geschmack und Kraft hat, die Schärfe im Geblut und andern Feuchtigkeiten zu lindern.

Bromus fecalinus, Trespe. Wird häufig in Roggenfeldern "gefunden, und nimmt bei abnehmender Saat noch mehr zu, daher viele glauben, der Roggen seye selbst in Trespe verwandelt worden. Wenn man den Samen dieses Unkrauts mit Getreide vermischt, iso kann man noch Brod davon machen; wenn aber zu viel genommen wird, so soll das Brod davon schwarz und die, so das erstemal davon geniessen, berauscht werden.

Fertuca fluitans, Schwaden, Manna, wächst an Gräben, Bächen, Seen und Morästen häufig. In Pohlen wird der Samen gesammelt und nach Teutschlanv und anderwärts unter dem Namen des Mqnnasamens verschickt, und von vor­nehmen Leuten im Brey nicht selten we­gen dem angenehmen Geschmack und nährenden Eigenschaft genossen. Es ist