Ausgabe 
1.6.1793
 
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Ganse, die keine Gelegenheit haben, sich ar; Orken wo Schafdünger liegt, oft aufzuhalten, oder auf trockenen Wriden werden, werden mit der durch dl« Ger'tze verursachten tödlichen Ohrenftuche sehr selten befallen. Auch sind die Ganse da« von frei, welche die mehrste Zeitaufqro. ßen Flüssen leben, denn über dem Wasser hält sich di« Geitze, wegen des besiändl« gen Windes, nicht auf.

Eine zweite Ursache des Gänsester­bens ist, wenn dir junge Gans was schädliches und ungesundes frißt oder säuft, wodurch alsdenn ihre inner» Theile nach und nach in Faulniß über, gehen.

Dies« Krankheit nennt der Land, mann den Kah. Durch folgende Mittel kan man dir Gänse größtenkheils darge, gen sichern: ,

a) M«ti gebe den jungen Gänsen in ben ersten sechs Wochen ihres Daseyns ,täglich einmal zerschnittene Nesseln, die man mit etwas wohl zerriebenen Flachs, knospen, in welchen aber kein Saame mehr seyn darf, und miteinigen Tropfen Terpentinöl vermischt hat, zu fressen. Auf zehn Gänse nimmt man zu einer will- kührlichen Menge Nesseln, zwei Hande voll zerriebener Flachsknospen, und etwa 6 bis/Tropfen Terpentinöl. Die jun­gen Gänse fressen dieses Gemengsel ohne Weitern Zusatz nicht gern, daher manes ihnen durch andere Zusätze, als: Brod, Schroot, Kleie u. d- gl. angenehmer und schmackhafter zu machen suchen muß; und wollen sie es auch alsdenn nichtfrcs. fen , so mache man mit einem Zusatze von Schrot, P-Üen daraus, und gebe ihnen solche ein; oder, man stampfe Nesseln, Disteln, Sallat, Kohlbläkter , Rüden - oder Wnrzelnkraut, menge solches mit Weitzenkleie, Haber- oder Gerstenschrot «n, thue unter einen Eimer voll dieses

Mengftls eine gut« Hand boll gutes- ehensalz, und futtere die Gänse Morgens, ehe sie auf die Meide gehen, und Abends, wenn sie wieder zu Haus« kommen, damit. Oder aber, man gebrauche folgendes Mittel, welches Schreber verschlägt: Man lasse den jungen Gänsen täglich eine Mahlzeit von gestampften Disteln, Träbern und ein wenig Gerstenschrot zu­rechte machen, und in besondern Trögen vorsetzen, daß, wenn sie von der Weide «ach Hause kommen, sie diese Mahlzeit allemal vorfinden. Wöchentlich 3 bis 4mal, nachdem man esnöthigerachtet, streue man auf dieses Futter die vom Rauchtabak gesammlete Asche oben auf; so wird man sehen, von was für gutem Effekt dies Mittel ist. Hiermit muß man bis zur Erndtecontinuiren, wiewohl man gegen drese Zeit hin die Tabaksasche selt­ner dabei gebraucht. Zu rathrn ist aber, mit der TabakSasche etwas sparsam um- zugehen, damit die Gänse nicht zu stark darnach purgiren.

b) Man lasse die jungen Gänse zu keinem unreinen und stinkenden Wasser. Ihre Tränke muß rein-es, klares, und wo möglich stiesendes Wasser ftyn.

c) Sie dürfen nicht an solchen Or- ten weiden, wo ein auff feiwen Ufern ge­tretener Fluß, oder andere Gewässer Schlamm zurückgeiasseu haben, oder wo viele Weidenbäume stehen. Die im Schlamm verfaulten Gräser, die Wei- denblüten, und eine Art kleiner Käfer, die sich vorzüglich häufig im Monat Iu» nius bei den Weidenbaumen aufhalten, und von den Gänsen begierig aufgesucht und verzehrt werden, auch andere im Schlammwasser befindliche Insekten, be­sonders die Blutige!, welch, sie mit hin', ein schlucken, sind ihnen äusserst schädlich.

Der Verfolg künftig.

Nach-