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Zärstl. Hessisches pof?»Reglement.
Von Gorees Gnaden wir Ern f? Ludwig, Landgraf zu Hessen rc.rc.
Fügen hiermit zu wissen, daß nach, dem Wir Unsere bisherige Land- und Canzlei-Post anderst zu reguliren, gnd# digst gut befunden, Wir denen beiden Postmeistern, dem Oeconomo Oßwald und Kriegs - Kasfirer Thom zu Giessen, nicht nur sothanes ganze Post-Wesen in Unserm Oberfürstenthum undzu Wezlar, sondern auch in Besorgung derer Brief» Posten in Unserer Obergrafschaft Catzen, elnbogen und zu Frankfurt gnädigst auf. getragen Haden, wie hernach folget:
i) Soll der bisherige Post-cours sowohl zu mehrerer Bequemlichkeit, als auch wegen vieler andern die Verbesse« rung der Post betreffenden Ursachen ge« ändert, und die relais von Roßbach auf Friedberg verlegt, sodann die an dem ersten Ort gehörig - und von demselben abzulassende Schreiben und Briefe durch einen Boten refpeftive dahin gebracht, und von dannen abgelangt werden, und weit
2) Sich befunden, daß die Befiel, hing Unserer eigenen und derer aus Un, fern Collegiis an die Beamten gerichteten Schreiben und zurückgehenden Berichten, samt der Privat * Correspondenz nach und von Alßfeld, durch den von jezt ersagtem Ort auf Giessen wöchentlich einmal be, schrhenenBolengang, fichgarzulangver, zöqert; so haben Wirgleichergestalt gnd« digstverordnet, daß anstattgedachten Bo, t-ugangs eine ordentliche relais von Gies, fen auf Grünberg, (der die Aemter Homburg an der Ohm, Burggemün, den rc. zugleich mir incorporiret sind) und Alßfeld angelegt, zu besagtem Grünberg die verschlossene Post-Paquets ge- gen einander ausgewechselt/ unO die in
solchen befindlichen Schreiben an behö» rige Orte zu rechter Zeit weiter fort ge. schaffet und bestellet werden sollen. Und weil wenigstens beym Anfang dieser neuen Station nicht zu vermuthen, daß aus denen zu selbiger gehörigen Aemtern so viel Porto, als zu Bestreitung derer auf die Ritte zu wendenden Kosten nö« thig, eiacommen mögte, so gestatten Wir gnädigst, daß die Bestellung derer von - undanbemeldte Aemter kommende und laufende Briefschaften so lange durch Boten zu Fuß geschehen dürfe, biselwan der Ertrag sich besser erzeiget. Jedoch soll zu der Zeit, da Wir Uns im Jägern thal aufhalten werden, selbige durch ei. neu reitenden Postillon verrichtet werden, welcher sowohl in dem Hin - als Nück« Wege daselbst zuzusprechen, die zu ver« schickende Briefschaften abzulangen, und die angekommene in der Retour wiedee abzugeben hak. Nicht weniger ist
3) Unsere gnädigste Intention, daß Unsere Post-Verwalterei in Wezlarzu je» dermanns Vergnügen und Beförderung der dasigen Correspondenz in bessere Auf, -nahm gebracht und erhalten werde. Und gleichwie Wir nun dieses und alles an, dere, so in diesem Unseren Post - Reglement enthalten, eingangs ermelten Un. fern beiden Postmeistern Oßwald und Thom zu unterthänigster Besorgung, auf ihre eigene Kosten gnädigst übertragen; also haben sie in Conformität Unserer gnädigsten Präliminar - Post - Verord- nung und dessen 2ten §.
4) dahin zu sehen, und darüber zu halten, daß dte Post auf den Dienstag und Samstag Morgens um LUHr allhier zu Darmstadt adgehe, damit sie selbigen Tag bei guter Zeit in Frankfurt, folgends, wann sie eine halbe Stunde vor Sperrung dasiger Thore wieder adgelaussen, in
Fried-


