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561) Angeregt durch Beschluß der (Ge­neral-Versammlung des Gewerb-Vereins für das Großherzogthum Hessen, welches In­stitut der väterlichen Fürsorge unserer hohen Staats-Regierung seine Entstehung verdankt, die Bierfabrikation nach Baierischer Methode möglichst zu heben, um nicht länger in dieser Hinsicht an Baiern tributbar zu seyn, wo wir selbst excelliren könnten, haben wir es un- ternornmen, den Keller im Ferber'schm Hause zweckmäßig durch Eisfüllung vorbereit.'t und mit einer bedeutenden Quantität hier gebrau­ten Untergähr- Lagerbiers nach Baierischer Art gefüllt, zugleich auch in denr Ferber'schm Garten nächst der Kegelbahn eine Halle er­richten lassen, woselbst der Anfang des Ver­kaufs des Lagerbiers Montag den 29. Mai d. I. Statt finden wird.

Gießen den 26. Mai 1837.

C. Silbereisen. Ferber.

Auf obige Anzeige Bezug nehmend, bemerke ich, daß meine bisher betriebene Wein - und Speisewirthschaft in meiner Behausung keine Unterbrechung erleidet, und daß der Verkauf des Lagerbieres nicht in meinem Hause, sondern ledig­lich in meinem Garten geschieht.

Gießen den 26. Mai 1837. Ferber.

613) Wir ersuchen alle diejenige», welche noch Zahlungen an unsere verstorbene Eltern zu leisten hatten, solche gefälligst innerhalb 14 Tagen an unser» Bruder Ludwig Selz er entrichten zu wollen, indem solche später zur gerichtlichen Bei­treibung übergeben werden müssen.

Die Erben.

612) Kunst - Nachricht. Den hiesigen Musikfreunden können wir einen seltenen, ihnen be­vorstehenden Genuß ankündigen, indem der als Virtuos auf der vervollkommneten Flöte so aus­gezeichnete Künstler, Hr. Josep h W o lfra m aus Wien, nächste Woche mit seiner Gattin, einer vor­trefflichen Pianistin ein Concert geben wird. Wir zweifeln nicht, daß das Künstlerpaar auch in unse­rer kunstsinnigen Stadt eine seiner würdige Ausnahme finden wird.

Gebvüdev Stvauß,

Optiker aus Aachen, empfehle» sich bei ihrer Durchreise mit einem voll­ständigen Lager optischer Fabrikate, als achroma­tische Teleskopen mit und ohne Stativ, astrono­mische und terrestrische Fernröhre von verschiedener Größe, Mikroskopen, alle Sorten von Lonpen, ein­fache und doppelte Theatcrperspectiven, Lorgnetten für Herren und Damen in verschiedenen Einfassun­gen, Hohlspiegel, Prismata und Camera hieida; sodann mit allen Sorten Thermometer u. Barometer, wie auch mit Gläsern für kurzsichtige Personen, welche nur Tag und Nacht unterscheiden können; ferner mit vorzüglichen Confcrvanonsbrillen für alte und junge Leute , mit Walleston'schen Augengläsern, welche die 'Augen nicht allein gut erhalten, sondern bis in das höchste Alter conserviren. Durch den Ge­brauch dieser Gläser werden die schwächsten Augen gestärkt; die vorzügliche Güte derselben wurde von Mehreren berühmten Augenärzten Deutschlands und des Königreichs der Niederlanden anerkannt, und für die Augen unverbesserlich empfohlen, wovon sich jeder verehrliche Abnehmer überzeugen wird.

Diese Augengläser, eine Erfindung des berühm­ten englischen Physikers Walleston, verdienen beson­ders empfohlen zu werden, weil sie die Eigenschaft besitzen, ein reines Licht zu geben und ein großes Sehefeld haben. Wie oft werden Personen, denen Augengläser unentbehrlich sind, durch llnkundige zur Wahl solcher Gläser verleitet, welche für ihre Augen zu stark oder zu schwach wirken oder wohl gar aus schlechtem Glase verfertigt sind, wodurch die Sehorgane des Gesichtes zu sehr abgestumpft werden, so daß endlich der Verlust des Gesichtes erfolgen kann. Durch unermüdete Thätigkeit in der Ocülistik, und vieljährige practische Versuche mit Personen, welche an solchen Angenfchlcrn litten, und nur allein durch künstliche Hnlfsmittel zn verbessern waren, haben sie cs so weit gebracht, daß sie alle Hülfesttchenden dieser Art, wenn sie die Augen an- gesihen und untersucht haben, diejenigen Augenglä­ser mit Zuversicht anrathen und geben können, wel­che für ihre Augen am besten sind. Nicht gewohnt mehr zu versprechen, als sie zu leisten im Staude sind, laden sie die hiesigen Herren Acrzte zn einer geneigten Untersuchung und Prüfung ihrer Fabri­kate und Kenntnisse crgebcnst ein. Auch sind bei ihnen zu bekommen sehr zweckmäßige Brillen für Damen, und vorzügliche Brillen zum Federschneideu, auch Taschen-Mikroskopen in Kupfer gearbeitet, welche die kleinsten Gegenstände viele Hundertmal vergrößern, und kosten nicht mehr als per Stück 1 Thlr. 15 Sgr., wie auch Gehörmaschincn, wodurch