[15] Es ist allgemein bekannt, daß die Lazarethe zu Warschau und in dortiger Gegend mit kranken und verwundeten Polen u. Russen gefüllt und überfüllt sind; daß es an manchen nothwendigen Bedürfnissen daselbst mangelt, und daß in mehreren deutschen Städten, namentlich in Berlin, in Leipzig, in Frankfurt (zum Theil schon seit langer Zeit) Charpie bereitet und abgesendet wird, um diesem Mangel in Warschau einigermaßen abzuhelfen.
Die Unterzeichneten wissen, daß bereits in manchen Hausern dahier ebenfalls Charpie bereitet wird; sie wissen, daß es bei dem bekannten Wohlthatigkeitssinne der Darmstädter nur einer leisen Anregung bedarf, um eine lebhafte Thätigkeit zum Besten der leidenden Menschheit zu erwecken; sie erbieten sich daher, voll Vertrauen besonders auf Darmstadts Frauen und Jungfrauen, diejenige Charpie, sowie auch diejenige alte Leinwand, welche man ihnen zu diesem Zwecke zukommen läßt, wo möglich durch Vermittelung des Herrn Geheimenraths von Gräfe zu Berlin, sonst jedenfalls durch irgend ein zuverlässiges Handelshaus nach Warschau gelangen zu lassen, um in den dortigen Hospitälern für Polen und Russen verwendet zu werden. Die Art und Weise, wie dieses geschehen ist, werden die Unterzeichneten demnächst bekannt machen.
Darmstadt, im Mai 1831.
B. Huth. Jaup.
W. A. Bilgen. C. W. Leske.
In der Ueberzeugung, daß Giessen in Hinsicht auf Wohlthäti'gkeitssinn Darmstadt nicht nachstehe, empfehle ich die vorstehende für und'in Darmstadt ergangene Bitte auch den Bewohnern Giessens zur Berücksichtigung, indem ich mich erbiete, die milden Gaben an Charpie und alter Leinwand für die Verwundeten in Polen, einzunehmen, und auf gleiche Weise, wie es von Darmstadt aus geschieht, nach Warschau gelangen zu
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lassen, auch demnächst darüber Rechenschaft ab- zulegen.
Gaben, die vor Montag dem 6. Juni an mich abgegeben würden, könnte ich schon an diesem Tage kostenfrei nach Frankfurt befördern.
Gießen am 3. Juni 1831.
Dr. Bansa.
[16] Zur allgemeinen Militär-Vertretungs- Anstalt, die eine Caution von 90,000 fl. geleistet hat, die ohne die geringste Vergütung (von Seiten der Einzelnen und der Gesellschaft) alle heu- rathen wollende Mitglieder selbst vor der Musterung vertritt, und in der jedes Mitglied von Eintritt an, ohne Beschränkung außer Land reisen kann, haben bereits gegen 600 Mitglieder ihren Beitritt erklärt. Die Herren Vorsteher pro 183%2 sind: Herr Geheime Sekretair Trigo- phorus, Herr Ober-Finanz - Rath Goldmann, Herr Beigeordnete Liebig.
Darmstadt den 10. März 1831.
Ernst Emil Hoffmann.
[17] Morgen (st Tanzmusik im Schießhaus.
Gottesdienst am s. Juni.
In der evangelischen Kirche. Morgens Herr Jn- spector Engel. Nachmickags Herr Kandidat Rahn, aus Eichelsdorf [Probepredigt].
Sonntag den 5. Juni haben das Frischbacken: Moritz Wallenfels in der Wallthorstraße, Wilhelm Schäfer am RathhauS, Heinrich Noll jun. auf dem SelterS- weg und Daniel Nolls Wittwe in der Neustadl.
Gerautte bei der edangel. Gemeinde.
Den 29. Mai. Dem Burger, Johannes Leib, ein Sohn, Christian Emil Martin Karl.
Neerdiglebei der edangel.Gemeinde.
Den 29. Mai. Andreas Wilhelm Stroh, Burger und Schreinermeister allhier, alt 38 I. 2. M. 20 T.
Den 30. Mai. Margaretha, des Burgers uns Schneidermeisters, Friedrich Franz Walther, Ehefrau, all 60 3. 9 M- 1 t T.
Den 31. Mai. Iohannette Karoline Wilhelmine, des Burgers und UniversitätS-Unterpedellen, Karl Nauheimer, Tochter, alt 1 I. 7 M. 16 T.
Dens. Aus dem Hospitale. Jacob Schmidt, Taglöh- ner allhier, alt 32 I.
Den 2. Juni. Frau Charlotte Margarethe, des Herr» Assessors des peinlichen Gerichts und RegierungS- Advocaten, Johannes Eckstein, Witlwe, alt 78 I. 7 M. 12 T. '
Den 3. Juni. Iohannette Margarethe Katharine, weiland Johann Matthäus Kostenbader, Burgers und Schuhmachermeisters allhier, hinterlassens Wittwe, alt 76 I. 4 M. 18 T.
Heu Buch- und Stein drucket ei.


