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-en Gebrauch des Torfs als FeueruugsmiLLel.
Aufforderung an das Publikum zur Be- Nutzung der in der Nachbarschaft von Giessen vorkommenden Torfartcn;
von
Dr. Ich. Georg Ludolph Blumhof, Großherzogl. Hoskämmerrathe und Professor in Giessen.
Bekanntlich besteht der Torf aus einer mit verschiedenen Wurzeln, Blättern, Moosen und andern größteutheils ver- faulten Vegetabilien durchwachsenen Erde, die wenn sie herausgebracht und getrocknet wird, brennbar geworden ist, also aus einem Gemenge von Erde mit ver.' schiedenen Pflauzenresieu. Es kann hier nicht meine Absicht seyn, über die Ent.' jkehung und die Arten des Torfs zu reden , sondern, um die Nützli ch kett desselben kurz darzustellen. Ich finde mich hierzu um so mehr bewogen, da es in der hiesigen Gegend an mehrer» Orten bedeutende Torfmoore giebt, deren Benutzung, bey den bestehenden druckenden Holzpreisen, für die Einwohner von der höchsten Wichtigkeit seyn muß. In dieser Hinsicht verdanken wir denn auch dem thäcigen Eifer unsers Herrn Landraths von Zangen, die Unternehmung eines Torfstichs in der Nähe von Großenlinden, wo bereits ein Paar hundert Klafter gestochenen und gehörig getrockneten Torfs zum Verkauf und zur Abfuhr bereit stehen. Möge es mir doch einigermaßen gelingen, durch diese Worte zur Beseitigung mancher Vorur- theile gegen den Torf selbst beyzntragen, -ynb das Publikum auf den Vortheil der Anwendung dieses höchst nützlichen und wohlfeilen Brennmaterials aufmerksam zu machen!
Zu mehrerer Ordnung will ich fol, gcnde 2 Fragen zu beantworten suchen:
1) Wie und zu-welchen Feueruugsan- stalten ist der Torf anwendbar?
2) Ist die Anwendung des Torfs, als Feuerungsmittel, der Gesundheit nachtheilig?
1.
Daß der Torf zu manchen Feue- rungsansialtcn anwendbar ist, beweißt schon der Gebrauch, welchen man von demselben seit undenklichen Zeiten in andern Ländern macht. Hollands Torfste- chereyen sind schon seit mehreren Jahrhunderten berühmt, und die Torfgräbe- reyen in Frießland, im Hannoverschen, Preussischen, in Bayern re. gewähren den Gegenden, wo sie epistiren , eine reiche Quelle des Wohlstandes, zumal wenn man bedenkt, daß die Natur gewöhnlich diejenigen Strecken, wo sie Torfmoore niederlegte, nur siiefmür- reUich mit Holz versehen hat.
Auch in der hiesigen Gegend sind die Holzpreise, ungeachtet sich die Concur/ renz des Bedürfnisses durch die seit einiger Zeit statt gehabte. Staatsorgani- satiou und durch dell Abgang des Mili- tairs, etwas vermindert har, doch noch von der Art, daß eine Erniedrigung der' selben in jeder Hinsicht wünschenswerrh erscheint. Einen großen Theil des nö- thigeu Brenllholzbedarfs müssen wir lloch dazu aus dem benachbarten Auslände kaufen, denn die eigenen Forsten in der Nachbarschaft und des sogenannten Hinterlandes- verstatteu Ulis theils wegen Entfernung der letztern, theils wegen der dahin führenden Wege, noch feine merklich geringem Holzpreise. Um so mehr verdient wohl jedes Unternehmen die in der Nähe dargeboteuen unterirdischen Naturschätze dem Gemeinwohl zugänglich zu machen , unsere volle Aufmerksamkeit und Unterstützung.
(Der Verfolg künftig.)
Bc-


