Ausgabe 
11.4.1818
 
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9?um. 15. des Gresser

Aufforderung an Menschenfreunde.

Unter dem 20. Januar 1814. wurde von dem Unterzeichneten nachstehende Aufforderung in diesem Blatte bekannt gemacht:

Vier Kindek und zwar zwey Bu- ben von 12. und 7. Jahren und zwey Mädchen von 9und 4Jahren, deren Eikern zwar noch am Leben , aber äus­ser Stand find, das geringste zu ihrer Verpflegung und zu ihrem Unterricht beizutragen, sind Fremder Hülfe um so mehr bedürftig, da auch Verwandte sich ihrer nicht annehmen können.

Sollten; vielleicht Kinderfreunde, besonders Wohlhabende und solche, die der Himmel nicht mit Leibes-Er­ben gesegnet hat, Kinder aus Men­schenliebe zu sich nehmen und unent­geltlich erziehen wollen , denen kann ich diese Unglücklichen nicht genug empfehl len und übrigens die Versicherung ge­ben, daß sie von guter Familie sind.

Da die Kinder in dem entgegen­gesetzten Falle auf Kosten des Staats verpflegt und erzogen werden sollen; so fordere ich zugleich rechtliche Personen, welche sie gegen Bezahlung in morali­scher und physischer Hinsicht erziehen wollen, auf, ihre Forderungen bald möglichst an mich gelangen zu lassen.

Der Herr Freiprediger Stücker zu Darmstadt faßte den rühmlichen Ent­schluß, das jüngste der erwehnten 4. Kruder ganz unentgeltlich zu sich zu nehmen und erziehen zu wollen, übe! verstandene Vorliebe der Mutter für ihr Kind vereitelte ihm die Ausführung seines edlen Vorhabens und weil we­gen der andern Kinder das nemliche zu besorgen war; so wurden solche sammt- lich der Mutter noch belassen, von S r. König!» Hoheit, dem Gros/

Anzcigungsblattchen.

Herzog, der Vater in Militakrdienste genommen und für jene solche Unter­stützungen allexgnadigst verwilligt, die, mit reichlichen Gaben, weiche aus dec Fleischen Stiftung der freien Stade Frankfurt am Main der von da gebür- tigen Mutter zuflossen, hinreichten, diese Ungluckltchen auch wahrend des letzterr harten und bedrangnisvollen Jahres für Mangel zu schützen und wohl nue einmal ist es bei augenblicklicher Noch und harter Behandlung wegen.eines unbedeutenden Schulbpostens der Fall gewesen daß sie auf Unterstützung an­derer theilnehmender Personen Ansprü­che gemacht haben.

Beide Eitern sind indessen mit Tod abgegangen, die Kinder stehen eben so arm als verlassen da, und obgleich nicht zu bezwcifien ist, daß die Wohlthaten, welche die Mutter bisher genossen hat, jenen für die Folge nicht entzogen wer­den; so sind doch deren Bedürfnisse sowohl, als die Sorgen dafür, grvser geworden, daß für die künftige Be­stimmung derselben mehr geschehe, als unter den bisherigen Verhältnissen mög­lich war. Demnach findet der Unter­zeichnete sich veranlaßt, di-Menschen­freunde, welche dem einen oder dem andern dieser unglücklichen Kinder, feye es dem rühmlichen Beispiel des Hrn. Frerpredigers Stucker folgend ganZ unentgeltlich oder gegen eine masige Ver­gütung, wenn auch nur eine gute bür­gerliche, Erziehung geben wollen, wie­derholt und auf das dringendste auf­zufordern, ihn davon bald gefälligst m benachrichtigen. 8

lkich am 4. April 1818.

Vermöge höheren Auftrags der PoUzeLrüch Fritz.

Be-