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Num. 34. des Gieser
Die Viehseuche überhaupt, und insbesondere das Zu befürchtende wiedererscheincn der- selben durch Fütterung mir verdorbenem Heu betreffend.
Bekanntlich sey' durch die große Nasse der Witterung und durch die daher entstandenen Ueberschwemmungen der Wiesen an vielen Orten der hresi- gen Provinz viel Heu beschädigt wor- den^ Diese Beschädigung des Heues scye mannigfaltiger Art gewesen. Ein- mat habe sie blos darin bestanden, daß das Gras durch zu langes Stehen in reinem Wasser seiner kräftigen, gewür- zigen Therie beraubt worden sey. Ein' anderes mal habe das Gras und dem» nächst das Heu dadurch gelitten, daß jenes von unreinem schlammigen, lehmigen Wasser überschwemmt worden sey, daß sich der Unrath des Wassers darauf festgesetzt habe , und daß derselbe auf dem Heu festgetrocknel sey. Ferner habe das Heu durch zu langes Liegen im Wasser mitunter dadurch Schaden genommen, daß es sich hin und wieder mit einem feinen Schimmel oder Rost überzogen habe. Auch sey einiges Heu durch die zu große Feuchtigkeit in eine faulichte Zersetzung, Mithin in wahre Verderbniß übergegangen. Endlich gehe noch beständig zu feucht eingefahreues Heu auf den Heubod a selbst in größere oder geringere Zersetzung über. Diese verschiedenen Beschädigungen des Heues haben einen verschiedenen nackrheiligen Einfluß auf die Fütterung. Das seiner kräftigen Theile beraubte Heu gebe jnw eln schwachnährendes und weniger
Anzeigungsblättchen.
leicht verdauliches Futter ab. Das mit Lehmtheilen überzogene Heu verderbe die Verdauung gerade zu. Das mit faulem Schlamm, oder mit Schimmel überzogene Heu , so auch das in faule Gahrung üdergegangenc und noch täglich darin übergehende veranlaße beim Schaafvieh das sogenannte Faulwerden und beim Rindvieh und bei den Pferden die Karfunkeiseuche oder den Milzbrand, welche Krankheit auch als langwieriges, schleichendes Uebel vorkommen könne, und sich häufig durch Windgeschwülste unter der Haut cha- raccertsirt. Die Kennzeichen der genannten Beschädigungen seyen folgende.
. Das blos ausgesogene Heu stelle sich verblaßt, geruch- und geschmack-' los bar. Der lehmige Ueberzug sey theils sichtbar, thetls beim Reiben oder Schlagen des Heues als aufliegender Staub wahrnehmbar. Der Ansatz von faulem Schlamm oder Schimmel lasse sich theils durch das Auge entdecken, als feiner grauer Mehlstaub, theils durch das Gefühl, indem dieser staubige Ansatz sich weich, glatt , oft sogar schtüpferig anfühle. Gewöhnlich seye das von dem gedachten Ueberzug stark bedeckte Heu auch faulig abgestorben. Das faulig abgestorbene Heu zeige sich weich, feucht, morsch, es falle zusammen, balle sich leicht, zerbreche leicht beim Anziehen, es sey meistens dunkel von Farbe und verbreite einen unan- genehmen betäubenden Geruch.
Die genannten Beschädigungen des Heues, deren Folgen und Kennzeichen können zwar keinem erfahrenen und auf-


