Ausgabe 
21.10.1815
 
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oie monatlichen Dtrechnungen nach den Steuerkapitalien, Überdas zu viel/ ober zu wti

Z Getragene, aufzustellen haben.

t So wie auf diese Weise jetzt dafür gesorgt ist, baß alle Orte eines Bezirks möglichst gleich gehalten vrden, und monatlich mit den Bewohnern eines jeden Orts unter sich abgerechnet wird; so soll auch in dec lge, wenn eine ruhigere Zeit dieses möglich macht, dasselbe zwischen allen Aemtern dieser Provinz, und in zu Folge, denn auch zwischen den Orten jedes Amts geschehen.

Eine-ganz ins Einzelne gehende Darstellung des Geschäftsgangs kann nur von dem LandesrKriegS.CM ssariat, oder von Jemand der dessen Einrichtung genauer kennt, wie der Verfasser dieses, geliefert wer,- 1; allein wenn sich die Leser von der Zweckmäsigkeit der Anordnung des Einquartierungswesens im Gm \\ 'überzeugt haben: so wird keiner zweifeln, daß auch diese Einrichtung vorher wohl erwogen worden ift, lemgstens finde ich aus der schon jetzt bekannt gewordenen Abrechnung in hiesiger Stadt, daß die Dcrch mg genau und pünktlich geführt seyn muß; weil es sonst noch gar nicht möglich gewesen wäre, sie so »eil e bringen.

Wenn daher in diesem Augenblick einer unserer Mitbürger Einquartierung tragt, wahrend etwa sei» i,chbar frey davon ist; so darf er versichert seyn, daß dieser sie entweder schon früher durch eint starken Mquartierung zum Voraus vergütet hat, oder solches noch thun muß; es sey nun durch NatnraüEinquan 'rung, oder durch eine Vergütung in Geld.

Da überdies ein Jeder bey den EinquartierungS - Aemtern die Summe seines Steuerkapitals zur EM ^inairen Steuer einsehen kann; so wird er sich um so leichter überzeugen können, daß ihm die Einquan \-ung nur nach dem Verhältniß desselben zugetheilt wird ; und sollte auch hierin» ein Jrrthum eingeschlii -n seyn: so bedarf es nur einer Anzeige davon an den Steuerxeräquator, um, wenn sie gegründet, ^bald abgeändert zu werden.

i Je mehr ein Jeder, der die Zeitumstände in ernste Erwägung zieht, die Nothwendigkeit anerkenm ,, daß in einer Lage wo der Staat und ein jeder seiner Bewohner den letzten Ueberrest seines Verm £id aufs Spiel sehen muß, um eine bessere Zukunft zu gewinnen; desto mehr muß sich auch jeder von 6« licht erfüllt fühlen, stets bereitwillig den Ancheil an der allgemeinen Last zu tragen, den ihm Recht uni chigkeit auflegen. Die wahre Liebe zum Vaterland zeigt sich durch eine aufrichtige Theilnahme an dem Wohl ter seiner Bewohner in ihrem edelsten Licht. Kommt hierzu die Ueberzeugung, daß die Obrigkeit solch! sten mit Kenntniß und offener Redlichkeit vertheilt; so sollte dieses alle Gutgesinnten zu einer freudigen weitwilligkeit noch mehr ermuntern, weil ein jeder mit dem Bewußtseyn handelt, daß durch seinen De» fg die Last schon um etwas verringert, und seinen Mitbürgern erleichtert wird.

Bey einem so mühevollen und undankbaren Geschäfte, wie die Vertheilung der Kriegslasten ist, lieg! t höchste Belohnung für die damit Beauftragten gewiß hauptsächlich darum, daß man ihrer BcmülMg wechtigkeit widerfahren läßt, und es kann für sie nichts schmerzlicher seyn, als ihr aufrichtiges Bestreben, s allgemeine Beste zu befördern , verkannt zu sehen; welches so oft durch Beschwerden geschieht, die w glich aus einem verächtlichen Eigennutz entspringen, der sich nur auf Kosten Anderer zu erleichtern streb!- i Möchte daher auch unter uns die löbliche Sitte nicht vernachlässigt werden: erst zu prüfen,, ehe M' durcheilen. Dann bin ich gewiß, auch diesen geringen Versuch zur Beruhigung meiner Mitbürger tw 'richtig bcurcheilt zu sehen; und vielleicht gelingt mir sogar der aufrichtige Wunsch in Manchem das M tuen auf die redlichen Absichten unserer Obrigkeit neu zu beleben.

Giessen im Oktober 1815.

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