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polizey- Publicandum.
Durch die bisher so häufig eingelau- fene Klagen, daß die hiesigen Feldschützen ihr Amt nicht so verrichten, wie eö in ihren Pflichten liegt, ist man veranlaßt worden, folgende Weisung unkerin heutigen dato an dieselben zu erlassen:
Da man mißfällig hat wahrnehmen müssen, daß die hiesige Feldschützen ihr Amt dadurch pflichtvergessen vernach- . lässigen, daß sie in Gärten, Wiesen, und auf Ackern der hiesigen Einwohner um Lohn arbeiten, und natürlich wahrend diesen Arbeiten keine Aufsicht über Feld- und Garten-- Diebereyen halten können, auch sich öfters, anstatt in den Feldern und Garren ihr Amt gewissenhaft zu . verrichten, mehrere Stunden lang in die theils innerhalb theils ausserhalb der Stadt befindliche Vier- und Brandweiuschenken setzen, und sich mir Trinken beschäftigen , somit auch währeiro dieser Zeit die Felder dem Frevel und Diebstahl Preiß geben; als wird den sämtlichen hiesigen Zeld- schützen zur Nachricht und Nachach- tung hiermit angefügr, daß derjenige von ihnen, welcher ferner, es sey gegen Lohn oder unenrgeldlich eine Arbeit in Gärten ober offenen Felbern verrichter, eben so wie derjenige, welcher während den Stunden, wo er zur Aufsicht im Felde seyn muß , in einer Vier - oder Brandweinschenke betrerten wird, nicht allein in eine gleichbalden an ihm zu vollziehende ^tägige Gefängnisstrafe bei Wasser und Brod genommen, sondern auch dhne weiters kassirt werden soll.
Um nun derselben eine desto bessere Wnr- kung zu verschaffen, werden alle Einwohner der hiesigen Stadt hiermit aufgefordert, die zu ihrer Kenntnis kommende
Kontravenzionsfälle der Schützen bei unterzeichneter Behörde anzuzeigen. Man versichert dabei möglichste Verschweigung ihrer Namen und nach Umständen auch noch eine besondere Belohnung für den Denunzianten.
Giesen den i2ten Sept. 1810.
Grosherzogl. Hess. Polizey-De- ,' putatron daselbst.
Bekanntmachungen.
i) Donnerstags den 27ken d. M. Morgens um io Uhr soll auf dahiesigenr Rathhaus das dem Schweinhirt Moritz Frank zugehörige, in der alten Löwengasse neben Georg Melchior Becker und Christian Einlaufs Wirtib gelegene Wohnhaus, nebst Hof, Stallund Mist- siälte, unter denen bei dem Verstrich noch näher bekannt gemacht werdenden Bedingungen , öffentlich an den Meistbietenden versteigt werden.
Giesen den izten Sept. 1810.
Dietz.
2) In der Pfarrwohnung zu Gro- ßenbuseck soll mehreres Haus- und Kü- cheugeräthe, Lederwerk, Pferdegeschirr, Kleidungsstücke, weiß - und linnen Zeug, Biene mit Stöcken, Silber, Uhren, Pre- tivsen, Junr, Kupfer, Messing, und Eisenwerk, Glaswerk, Porcellain, Bücher, Vieh u. berg!, versteigert, damit
Montags den 17U11 dieses Morgens 9 Uhr
der Anfang gemacht, und die folgenden Tage forkgefahren werden; welches hierdurch öffentlich bekannt gemacht wird.
Großeubuseck den 4ken Sept. igio.
Folle n i u s, Kraft Auftrags.
3) Dienstags den igten dieses
sollen die den Kilidern des Herrn Amtmann Euler zu Allcndorf an der
Lumda


