Ausgabe 
15.9.1810
 
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polizey- Publicandum.

Durch die bisher so häufig eingelau- fene Klagen, daß die hiesigen Feldschü­tzen ihr Amt nicht so verrichten, wie in ihren Pflichten liegt, ist man veran­laßt worden, folgende Weisung unkerin heutigen dato an dieselben zu erlassen:

Da man mißfällig hat wahrnehmen müssen, daß die hiesige Feldschützen ihr Amt dadurch pflichtvergessen vernach- . lässigen, daß sie in Gärten, Wiesen, und auf Ackern der hiesigen Einwoh­ner um Lohn arbeiten, und natür­lich wahrend diesen Arbeiten keine Aufsicht über Feld- und Garten-- Diebereyen halten können, auch sich öfters, anstatt in den Feldern und Garren ihr Amt gewissenhaft zu . verrichten, mehrere Stunden lang in die theils innerhalb theils ausser­halb der Stadt befindliche Vier- und Brandweiuschenken setzen, und sich mir Trinken beschäftigen , somit auch währeiro dieser Zeit die Felder dem Frevel und Diebstahl Preiß geben; als wird den sämtlichen hiesigen Zeld- schützen zur Nachricht und Nachach- tung hiermit angefügr, daß derje­nige von ihnen, welcher ferner, es sey gegen Lohn oder unenrgeldlich eine Arbeit in Gärten ober offenen Felbern verrichter, eben so wie der­jenige, welcher während den Stun­den, wo er zur Aufsicht im Felde seyn muß , in einer Vier - oder Brandweinschenke betrerten wird, nicht allein in eine gleichbalden an ihm zu vollziehende ^tägige Gefäng­nisstrafe bei Wasser und Brod ge­nommen, sondern auch dhne weiters kassirt werden soll.

Um nun derselben eine desto bessere Wnr- kung zu verschaffen, werden alle Ein­wohner der hiesigen Stadt hiermit aufge­fordert, die zu ihrer Kenntnis kommende

Kontravenzionsfälle der Schützen bei un­terzeichneter Behörde anzuzeigen. Man versichert dabei möglichste Verschweigung ihrer Namen und nach Umständen auch noch eine besondere Belohnung für den Denunzianten.

Giesen den i2ten Sept. 1810.

Grosherzogl. Hess. Polizey-De- ,' putatron daselbst.

Bekanntmachungen.

i) Donnerstags den 27ken d. M. Morgens um io Uhr soll auf dahiesigenr Rathhaus das dem Schweinhirt Moritz Frank zugehörige, in der alten Löwen­gasse neben Georg Melchior Becker und Christian Einlaufs Wirtib gelegene Wohnhaus, nebst Hof, Stallund Mist- siälte, unter denen bei dem Verstrich noch näher bekannt gemacht werdenden Bedin­gungen , öffentlich an den Meistbieten­den versteigt werden.

Giesen den izten Sept. 1810.

Dietz.

2) In der Pfarrwohnung zu Gro- ßenbuseck soll mehreres Haus- und- cheugeräthe, Lederwerk, Pferdegeschirr, Kleidungsstücke, weiß - und linnen Zeug, Biene mit Stöcken, Silber, Uhren, Pre- tivsen, Junr, Kupfer, Messing, und Eisenwerk, Glaswerk, Porcellain, Bü­cher, Vieh u. berg!, versteigert, damit

Montags den 17U11 dieses Morgens 9 Uhr

der Anfang gemacht, und die folgenden Tage forkgefahren werden; welches hier­durch öffentlich bekannt gemacht wird.

Großeubuseck den 4ken Sept. igio.

Folle n i u s, Kraft Auftrags.

3) Dienstags den igten dieses

sollen die den Kilidern des Herrn Amtmann Euler zu Allcndorf an der

Lumda