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von den ersten Grundsätzen der Rinderzucht.

Die wichtigsten Künste beruhen oft auf sehr wenigen Grundregeln, welche alle auS klaren Erfahrungen können be­wiesen werden. Ich will einmal versu­chen , ob es möglich sey, bie wichtigsten Grundsätze, woraufbie grvse Wissenschaft der Kinderzucht beruhet, kürzlich festzu- setzen. Cs ist zur Glückseligkeit der Men­schen nicht genug , daß dieses wichtige Geschäfte» so gut als andre, auf ver- iiüuftigen Gründen beruhet; die Grund- lebren einer Wissenschaft, die allgemein rind allen HauSväkern und Hausmüttern nützlich seyn soll, müssen zugleich deutlich rind kurz seyn.

Ich habe gesagt, sie sollen für alle Hausväter seyn. DaS wichtigste in der Kinderzuchk kömmt bei den meisten Gele­genheiten auf die Eltern selbst an: und diese Regel ist eine von den vornehmsten. Das zarte Alter, wo unser Geist und unser Körper gebildet werden, ersodert eine beständige sorgfältige Aufsicht, weil alsdann oft die geringsten Kleinigkeiten auf beide die stärksten Eindrücke machen, die nachmals nicht können herausgebracht werden. Der beständige und tägliche Umgang giebk den Eltern mehr Gelegen­heit zu dieser Aufmerksamkeit, und ihre eigne.Eöre sowohl, als die natürliche Liebe sollte sie ihnen leichter machen, als andern, welche dazu gemiether werden. Wenn diese auch Rechtschaffenheit genug haben, eine so mühselige Pflicht zu er- süsten, welche nür wenige Eltern genug belohnen können, weil es ihnen entweder an Vermögen, oder noch öfter an Wil­len fehlt: so ist es doch unmöglich, daß sie das geringste ausrichten können, wenn nicht die Eltern und andre, mir denen die Kinder umgeben, nach eben diesen Grund­sätzen handeln.

Die tägliche Erfahrung zeigt, daß Kinder eine gross Neigung haben, alles was sie sehen nachznahmen, vornemlich wenn sie nicht dazu gezwungen werden, und diese Neigung ist es eben, wodurch sie das meiste Döse und Gute lernen. Unsre Muttersprache sowohl, als die mei­sten allgemeinen Begriffe und ihre Ver­bindungen lernen wir bloß dadurch, daß wir andre reden hören ; und auf eben die Weise wird der erste Grund zu unsrer Denkungsart, Neigungen, Sitten, Ge­bärden und Gewohnheiten gelegt. Die meisten Fehler sind von der Beschaffen­heit, daß sie natürlicher Weise mehr wi­drig als angenehm sind, vornemlich in einem Alter, wo die Vernunft noch nicht weder von bösen Vorurtheilen, noch von heftigen Begierden beherrscht wird; aber Woher kömmt es denn nun, daß Kinder, wie man sagt, geneigter sind, das Böse, als das Gutenachznahmen ? Daher, weil sie das erste öfter sehen und hören. Leute von verderbten Sitten sagen ihnen tau­send Thorheiten mit einem kitzelnden Ver­gnügen und üppigen Lachen vor, wel­ches die Kinder bewegt, dieselben für et­was angenehmes zu halten. Das Gute hingegen sehen sie selten; man sagt eS vielmehr gewöhnlich mit einer sauren Miene und drohenden Stimme; Eltern und Lehrer nehme» sich nicht allzeit in Acht, selbst solche Dinge zu thun, die sie an der Jugend tadeln , und diese lernt dadurch das Gute als einen Zwang, und das Böse als Freiheit anzuseben Ueber- dem fasten sie e>n heimliches Miskrauen gegen ihre Eltern und Lehrer, als gegen Leute, die nicht fo denken , wie sie reden, indem sie ihnen etwas verbieten, das sie selbst mit dem grösten Vergnügen thun«

Wenn man nur den Kindern nicht erlaubte, mit Bedienten und dergleichen Leuten umzngehen, deren Beispiel ihre Eitlen verderben kann; wenn Eltern uiw

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