Ausgabe 
26.11.1808
 
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und die sinnliche Empfindlichkeit reizen kann. Laßt uns, sage ich, hierin Zärtlich, keir, Eitelkeit und Stolz bei Seite setzen. Laßt uns minder Sotge und Kosten darauf wenden, unsre. Kinder zu kleiden,, zu speisen und zu vergnügen, sie zu schö­nen Statuen und Puppen für die Ge­sellschaften zu machen, wo wir alle die Thorheite» begehen, die wir nachmals an ihnen tadeln. Laßt uns dies thun, und den» wirds uns leicht seyn, sie zu regieren. Ihre Gedanken werden nicht so zerstreut seyn., wenn wir sie unterrich­ten, und ihr Wille wird biegsamer senn. Es werd sie nicht viel Mühe kosten, den wenigen Grundsätzen gemäs zu handeln, die ire kennen; weil nichts ist, das sie davon abhält.

Mit diesem Gehorsam müssen wir uns begnügen lassen, und nicht verlan­gen, daß sie vor der Zeit Männer wer­den sollen. Denn erst, wenn sie sich eine Fertigkeit erworben haben nach gewissen Grundsätzen zu handeln, wenn sie ge­lernt haben die Dinge zu entbehren, wor- nach die Menschen so sehr gelüstet, wel­che ihre Gedanken zerstreuen, ihre Be­gierden erwecken, und den Verstand nie­derdrücken, denn erst ist es Zeit, sie allmählig und langsam anzugewöhne», diese Dinge zu sehen, ehe wir sie in die Welt treten lassen; denn sonst würde eine allzuschnelle Veränderung sie verder­ben. Hierin versehen wir es sehr oft. Auf einmal setzen wir junge Leute aus einem grosen Zwange in eine unumschränkte Freiheit Dies ist die Ursache, warum so. manche auf Akademien und auf Rei­sen verderbt werden. Und kann inan dies wohl anders erwarten, wenn ein Mensch, der gewohnt war blos durch Furcht oder Gewalt sich regieren zu lassen , der selten einmal wagte selbst zu denken, und noch seltener die Erlaubnis erhielt, nach sei- nereignen Einsicht zu handeln, der durch­

aus durch einen fremden Einfluß in Be­wegung gebracht ward; wenn so ein Mensch auf einmal Eltern sowohl als Lehrer verläßt, nm sich selbst zu regie­ren, kann man da was anders erwarten?

(Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen.

i) In. dem nachgelassenen Haus des Herrn Geheimenraths Klipstein amWall- thor sind in der Mansarde zwei heizbare Zimmer, nebst zwei Kammern, auf be­sonderes Begehren auch wohl in der mit­telsten Etage ein tapezirteß, heizba­res Zimmer, sodann Boden-Kammer, Scheuer und Stallung, beisammen oder getrennt, zu verafterleihen , und können sich etwaige Liedhabcre bei Ausgebern dieses des Näheren erkundigen.

2) In einer der angenehmsten Städte an der Bergsirase, wird ein Lehrling in eine Apotheke unter billigen Bcdingnis- fen gesucht. Wo? und das Nähere, er­fahret man bei Ausgeber dieses Blattes.

3) 250. Gulden sind allhier gegen gerichtliche Hypothek und gewöhnliche Zinsen, ä 5 Procente, zu verlehnen. Bei Ausgebern das Nähere.

4I Alle hiesigen Einwohner, so an den, mich ohngefehr vier-Jahre bedie­nenden, im 2ten Bataillon Leibregiment stehenden Tambour Jacob Ruppert, et-' > was für mich geborgt haben, sind hier­mit aufgefoderr, nur bis den zoten die­ses die Anzeige davon zu machen. So­dann sehe ich mich durch mehrere unan­genehme Vorfälle genöthigt, Jedermann zu warnen, niemand, wer es auch sey, etwas, ohne meine Namens Unterschrift, auf mich zu borgen.

Schmidt,

Capitaine*.

5) Ei»