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Von de r Größe.
(Verfolg.)
Daff ein Haar des Menschen eine hohle Rohre sey, die truF acht kleinen Röhren zusammen gesetzt ist , die durch Queerfäöen mit einander verbunden sind, das entdeckt das Vergrößerungsglas; aber die Bestandtheile dieser kleinen Röhren-,. und der Queerfaden entdeckt es nicht. Die Werkzeuge des Gefühls, die Nerven, zcrtheilen sich in so undenklich kleine Zweige, daß der Mensch sehr bald den Muth verliert, den Millionen derselben, die er in einem kleinen Raum anrrisst, «eiter, nachzuforschen.
Dem menschlichen Auge und seinem Vrrgrößerungsglase, verhüllen sich die Werke Gottes in ihren kleinen Theilen sehr bald in eine undurchdringliche Fin- sternis, daher bemüht er sich, auf andern Wegen diese Finsternis zu zerstreuen. Er will die Körper in ihre ersten Be- sta dthcile durch die Auflösung zerlegen, aber statt dessen waS er sucht, stellt sich ihm seine, eigne Schwäche stets dar.
Er wahitt sich die Flamme zu seiner Absicht', und findet, daß ein einziges entzündetes" Körnlein Schießpulvers dessen Dicke den 5ost-n Theil eines Zolles ans- macht, den ganzen Raum seines Wohnzimmers erfüllt. Wenn dies Körnlein nur bis zu der Größe eines Würfels von einem Daumen breit durch die Flamme, ausgedehnt wäre ;, so würde es schon einen 1.25,000. mal grösern Raum, als in seinem natürlichen! Zustande erfüllen; Was^ aber- ist die Größe eines solchen. Würfels gegen btc’ Grosse eines Wohnzimmers ? Und dennoch sind die so sehr getrennten Theilc des Pulvers noch körperlich. genug unsere Werkzeuge" des Geruchs,, die mit den Geruch,snerven an
derer Geschöpfe verglichen stumpf sind, an einem jeden Orte des Zimmers merk- kich zu rühren.
Dies ist gros. Noch gröser ist es, daß Nelken und andere Gewürze ihre lieblichen Dämpfe, Jahre lang, ununterbrochen, weit um sich hauchen. Ihr starker Geruch beweist, wie häufig die Tbeile von ihnen aufsteigen. Dennoch aber verlieren sie in Jahren von >hinein Gewichte nur ein sehr geringes. In wie unendlich kleine Theiie weroen nicht die wenigen Grane, die sich von einer nicht geringen Menge Gewürz, durch dre Ausdünstung in Jahrßsristen besränng los-- reissen, getheitt 3 Demvhngeachtet aber fehlt viel daran, daß durch viele bewundernswürdige Ausdünstulg der iesge- sprengte Eraub, m die ersten muhest baren Besiaudthcile des Gewüizes, sollte zerlegt feyn. Denn die, durch ihn gereizten Geruchnerven beweisen, daß er hiezu noch viel zu körperlich sey. Es fehlt auch nicht an Beispielen , daß Personen von dem starken Gerüche des Balsams in Ohnmächten ge,allen find, und wie viel Jahre hindurch kann der Balsam , seinen zarten Staub.,, der noch so körperlich und würksam ist, beständig von sich hauchen, ehe er nur einen Gran verliert 3
Diese gross ^Heilbarkeit der Materie erzwingt des nachdenkenden Menschen Bewunderung. Die Natur aber zeigt diese ^Heilbarkeit in einem noch weit hö» Hern Grude. Ich habe eine Spezerei aus einer Urne gesehen, die ihren lieblichen Geruch noch nicht verlobrcn hatte. Dem Jünglmge der Vorwelt würde es unglaublich gewesen seyn, wenn ihm gesagt wäre: dieser Mei brauch den du in dem Aschenkruge der den verbrannten Gebeinen der Leiche deiner. Braut, hier nieder legst, wird


