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Von
der menschlichen Glückseligkeit, und den Mitteln sie zu befördern.
(Verfolg. )
Es scheint, als könnte hiegegen der Einwurf gemacht werden: daß mir die, ser Theorie von der menschlichen Glückseligkeit das Vertrauen auf die Vorsehung nicht bestehen könne. Allein keinesweges. Ich schreibe der Vorsehung alle Umstande meines Lebens/ bis auf den allerkleinften und geringsten zu. Ich danke eö ihren Fügungen, daß sie mich in dieselben gesetzt hat. Ich bemühe mich daher, meine Neigungen damit zu vereinigen, weil ich sie als diejenigen betrachte, die unter allen möglichen die besten sind. Stimmt etwas mit meinen geprüften Wünschen nicht überein; so bemühe ich mich, es mit Geduld so lange zu ertragen, bis es der Vorsehung, auf die ich hoffe, gefallt, eine Aenderung zu verhängen. Ich kann also bei meiner Theorie Gott loben, auf ihn hoffen, beten, Geduld, Vertrauen , Gehorsam und alle Pflichten üben, die wir der Vorsehung schuldig find Nur das einzige kann ich nicht, daß ich sie zur Rechenschaft fodern, oder mein Murren gegen ihre Fügungen entschuldigen , und mich zum Tadel ihrer Wege berechtigt halten sollte, wozu ein unrichtiger Lehrbegriff von der menschlichen Glückseligkeit gar leicht Gelegenheit geben kann.
Daß es sowohl verschiedene Stufen als Arten der menschlichen Glückseligkeit gebe, wird aus dem Vorhergehenden leicht gefolgert werden können. Je mehr die Umstände, darin wir leben, unfern Wünschen und Neigungen gemäß lind, desto mehr sind wir glücklich. So wie unsere Neigungen beschaffen sind, so ist auch Unsere Glückseligkeit, Da jene nun ent
weder blos sinnlich, oder aufEiubildun- gen gegründet, oder vernünftig feyn können ; so giebt es auch eben so viel Arten der Glückseligkeit.
Da die Neigungen der Menschen sehr mannigfaltig sind *r so darf man sich nicht wundern, daß auch dasjenige sehr mannigfaltig sevn könne, was vermögend ist , zu ihrer Glückseligkeit etwas bevzutragen. Und dies ist ein Beweis der Weisheit der göttlichen Einrichtungen, daß die Menschen nicht alle einerlei Sache zu ihrer Glückseligkeit begehren. Oft fallt unsere Neigung auf etwas besonderes, das uns allein eigen ist. Dies ist nicht selten etwas an sich ganz geringes. Die Einbildung pflegt dabei geschäftig zu sevn , und diesem Lieblings- gnle den Werth zu geben, den andere daran nicht sinden können. Hieraus entsteht eine Art kleiner Glückseligkeiten, die man mit dem Puppenspiele der Kinder vergleichen könnte, und diejenigen nenne» die Sache bei ihrem rechten Namen , die dasjenige, womit unsere Einbildungskraft gleichsam spielet, und eine besondere Neigung in uns dagegen her- vvrbringt, des Menschen Puppe nennen. Sie haben Recht, wenn sie behaupten, ein jeder Mensch habe seine Puppe.
(Die Fortsetzung folgt.)
Ediktalvorladung.
Nachdem Jacob Schäfer von Allen- dorf vor mehreren Jahren da weg, und auf die erlernte Schneiderprofession gewandert ist, seit der Zeit aber mehrma- lenl und noch zulezr bei Vermeidung der Vermögens - Confiscatiou , zu den vorgewesenen Militär-Conscriptionen vorge- ladcu worden, aber nicht erschienen ist; also wird derselbe ediötalitor hiemir vor- gelgden, um hinnen 3 Monaren a dato


