Voti
der Menschlichen Glückseligkeit, und den Mitteln, sie zu befördern.
(Verfolg. >
Wo findet sich wohl ein menschliches Leben, welches von allem klebe! und Ungemach entfernt wäre? Wir muffen daher entweder lernen, das Hebel mit unserer Glückseligkeit zu vereinigen, welches nicht anders als durch vernünftige und christliche Bildung unserer Neigungen und Wünsche geschehen kann; oder wir müssen uns der Hoffnung glücklich zu werden entschiagen, so lange wir im Lande der Sterblichkeit unter den Abwechselungen widriger Zufalle leben.
Daß es demnach in der Welt so viele Menschen giebt, welche unvergnügt und unglücklich der Gru.fr entgegen eilen, in welcher sie ihren Kummer zu vergraben hoffen; solches rührt weniger von der Macht widriger Verhängnisse, als von Ihrer Trägheit ober Ungeschicktheit her, ihr Herz, ihre Neigungen, ihre Triebe zu bessern, zu bilden, undnachden Umständen ihres LebenS einzurichten. Den» die Dinge, welche äusser uns find. sind uns an sich selbst gleichgültig, undrüh- ren uns wenig. Nur unsere Vorstellung, die wir uns davon machen, giebt ihnen die Gestalt, darin sie gefallen oder mißfallen, reizen oder Ekel erwecken, ge-- wünschk oder verabscheuet werden. Daß wir also glauben, wir könnten entweder ohne gewisse Dinge , oder bei gewissen Dingen nicht glücklich seyn , solches rührt offenbar von den Vorstellungen her, die wir uns davon- machen.
Wie ist also der Menge derer zu ra- then, die in ihrem Stande und Berufe sich einbilden , unglücklich zu seyn, weil ihre Neigungen damit nicht übereinstim
men, die in der That zum Zeugnis ih, rer Unzufriedenheit immer klagen, seufzen, wünschen, hoffen? Soll man ihnen ratben, daß sie den Himmel stürmen, ihr Glück mir Gewalt z^ erpressen suchen, und, ohnmächtig ihr Schicksal zn andern, sich nur mächtig beweisen, sich selbst zu quälen? Ich habe ihnen meinen Rath bereits ausführlich genug ertheilt, und bin versichert, daß es in ihrer Macht stehe, künftig eben so glücklich zu seyn, alö sie jezt misverguügt sind.
( Die Fortsetzung folgt.)
Ediktalvorladung.
Nachdem Jacob Schäfer von Allen- dorf vor mehreren Jahren da weg, und auf die erlernte Schneiderprofession gewandert ist, seit der Zeit aber mehrma- len1, unb noch zulezt bei Vermeidung der Vermögens - Confi-cation, zu den vvrge- wesenen Militär - Couseriptionen vorgeladen worden , ober nicht erschienen isti also rnirtfr berfelbe edi<£talitcr l)iemi t VOt- geladen, um binnen g Monaten a dato dieses vor unterzeichnetem Landgrafl. Amt zu erscheinen, um sich des weiteren wegen der Ausnahme zu Kriegsdiensten, im Nichterscheinnngsfaü aber zu gewärtigen, daß seinethalben nach Gemäshei't der vorliegenden höchsten Verordnung werde vorgegangen werden. Signatum Langgöns den 12ten Mai 1Sr6
' Landgrafl. Hess Amt Hüttenberg. E. G. v. Zange n.
Bekanntmachungen.
1) Nachdem der Gemeinde Hochwei- sek gnädtgst verwckligt worden, ihren seit langen Jahren in Abgang gekommenen Viehmarkt jährlich auf den Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Trinitatis halten zn dürfen, wo dann auch der bisherige Krämermarkt gehalten wird, somit


