Ausgabe 
22.2.1806
 
Einzelbild herunterladen

) 3° (

Sorrsezzung der Gedanken über Landes sperren und Theurung der Lebensmittel.

, h Der Einfluß einer starken und be­ständigen Nachfrage und einer sichern Be­zahlung ist beim Handel so groß, daß sie allezeit die stärksten Quantitäten von einer jeden Waare, und diese von der höchsten Güte an sich ziehen. Da, wo die Ausfuhr verboten ist,. wird nicht allein dle Subsistenz für so viele Menschen ver­loren, als durch das ausgeführte Kor», tn der Fremde hatte ernährt werden kön- nen, sondern auch die Subsistenz eines Dheils der bisheriger, Volksmenge,, die überall abnimmt,.'wo dergleiche», Ver­bote statt finden.. Ist dagegen die Aus­fuhr frei, so vermehrt sich die Hervor­bringung irr gröserem Verhältnisse, als die Ausfuhr, und mithn wird für so viele Menschen iin Lande mehr tägliches Brod herbeigeschaft. Der Staat gewinnt mehr an Volksmenge, und an Fleißals er an Sttbsistenz verliert..

Wenn wir zween Staaten anneh- nren, die eine gleiche Bevölkerung, Kul­tur und Industrie haben , wovor» der eine den» Korr» zuzuführen und der andre alles hervorgebrachte Korn selbst zu verzehren sucht, so müsse das Land, das sich Kor»» zuführen läßt, so viele Menscher» über den andern Staat Mehrgewinnen, als es die­sem Subsistenz für sie abkanft. Nach der Natur der Dinge aber wird gewiß der Staat, der Korr» ansführt, bald in den, blühende», Ackerbau, in der Industrie und ii» der Volksmenge einen gross», Vor­sprung vor den» ander», erhalten.

,, Soll dan», ein Staat dahin ge­langen, sein hervorgebrachtes Getreide selbst zu verzehren; so muß es durch er-

Ackerbau mib durch belebtes Gewerbe geschehen. Das Land ist die Pflanzschule der Menschen "so wse sie sich hier vermehren , finden die Menschen zehrende Städte, finden die der Gesund­heit schädlichsten und an sich niedrigste» Gewerbe nicht allein die nötigen Hände, sonder», auch der, jährlichen Zuwachs ui dem unvermeidlichen Abgänge, dem sie unterworfen sind. Die Hoffnung in ei­nem kornreichen Lande, bey der blühend­ste», Industrie, es dahin zu bringen, daß alles Getreide, das einevollkvinmene Kul­tur erziele», kann, im Laude aufgezehrt werde, ist indessen nirgends in der Welt, also selbst auch in-Lrankreich nichtmög- lich. Und warum solten wir hier ein weises Naturgesetz der Vvlffehuug nicht anerkennen, die nicht wollte, daß'diebe- glucktester, Länder ihre», Ueberfluß selbst verzehren , sonder», ihn denjenigen mit- theilen sollten, die Zufuhre», bedürfen? So wenig als Schwede», und Norwe­ger, dahl», kommen können, die Heringe selbst zw verzehren, die ihre Einwob«-^ fischen, so wenig wird Hianfrcich seine», Kunstfleiß so hoch treiben, daß es alles Korn verbrauchen konnte, das es durch weife Kultur hervorzubringen in, Stande ist-

,, Es ist nunmehr erwiesen , daß diese vermeintliche Vorsorge der Regierungen, die Einschränkung des Gelreibehandels betreffend, um der Theurnng und Hun­gers»,vth vorzubeugen , die Ursachen dazu, vermehrete."

Und Seite 325r

,, Die Erfahrung hat bewiesen , daß alle Verbote der Ausfuhr allemahl das Ge- ge»,theil von dein hervorbringen, was sie eigentlich beabsichtigen, das heißt: man will das Land vor Mangel schü­tzen, und man wählt gerade dazu das Mittel, in demselben Mange! hervorzu- brin#