Ausgabe 
18.1.1806
 
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Fruchtverkäuftn. Der Bauer will nie yerliebren : jeder Acker soll ihm jährlich, auch bey der ärmsten Aernte, eben das eintragen , wie bey der vollesteu Er ist deswegen zu sehr an Theurung gewöhnt. Selten aber gedeihet' seine nun seit Jah­ren vermehrte Einnahme bey ihm; und er eher, in Verbesserung seiner Acker­kultur und Wirthschafr, nachlässiger, als daß er darinnen Vorschritte machen solte, weil er feiner jährlichen gewissen Ein­nahme , zur Unterhaltung der ©einigen, auch bey der schlechtesten Aernte, versi­chert ist. Zwar giebt es unter den Be­sitzern gröserer Güther Kluge, welche Vorschrikte machen , ihre Wirthschaft ver- grösern, nm.Kisten mit Gold und Sil» her fanden : allein der grösere Theil der­selben verpraßt es doch wieder; kleidet Weib und Töchter in Sammet und Seide, und trinkt in den Städten braun und süß gemachten zweyjährigen für drey und achtziger Wein; und der ärmere Theil sauft Kaffee und Karroffelnfusel, daß die Nerven zusammenschnurren, sieht in den Wirthshäusern der Städte mir ver­ächtlichem Blick auf den auch fein Gläs­chen trinkenden und sich kummervoll näh» renden Bürger herab , und spricht nur von dicken Tonnen und Dickköpfen (Laub- rhglern).

(Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachungen.

1) Montags den 20ten d. M. Mor­gens halb 11 Uhr soll auf dahiesigem Rathhaus, das von dem verstorbenen Burger und Schreinermeister Andreas Fröiich, zurückgelassene in der Löwen­gasse , neben Kaspar Ve'tzbergers Wittib, und Kaspar Noll gelegenes Wohnhaus, nebst Ställchen und kleinen Gärtchen wer denen bey dem Verstrich noch be­

sonders bekannt gemacht werdenden Be­dingungen, öffentlich ah den Meistbie­tenden versteigt werden. Giesen den zteu Januar. 1806.

2) Eine junge Weibsperson aus hie­siger Gegend, so von gureM'Herkvmmen ist, und ein gefälliges Aeussere besizr, wünscht als Hauömagd in einen Dienst Irenen zu können. Das Nähere bei Ausgebern.

3) Zwei frischmelkende Kühe samt Kalbern, sind dahier zu verkaufen. Das Nähere ist bei Ausgebern zu erfragen.

4) Gan; frische Häringe sind bei mir das Stück ä 8 kr. zu haben.

Gottfried Spruck, in der Wallthorstrase.

5) Eine Stube mit Meublen, nebst einer Kammer, sodann eine Stube nebst Kammer, ohne Meublen, sind auf dem Neuenweg in Nro. 330. zu verlehnen.

6) Ein Logis, so in einer Stube nebst Kammer, besteht, und sogleich be­zogen werden kann, ist zu vermiethen. Das Nähere bei Ausgebern.

7) In eine hiesigeEpecerei - Hand­lung wird ein Lehrling gesucht. Bei Ausgebern das Nähere.

8) Gute Kernsaife, 5 Pfund a ein Rthlr. , einzeln das Pfund 20 fr ; Lich­ter , das Pfund zu 22. und 24fr., sind bei mir zu haben, und beides wird sich an Güte auszeichnen.

Johann Friedrich Faber, auf dem Neuenweg.

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