Ausgabe 
18.1.1806
 
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Einige Gedanken über Landes sperren und Theutuna der Lebensmittel.

(Verfolg. )

,, Andere, weniger gewissenhaft, su­chen sich, bald auf Kosten des Staats, bald auf Kosten der Unterthanen, schad­los zu halten. Die Noth macht Ver- brechen, das Verbrechen aber unqlück- nche ^annlien. Wie viele, die vormals rn öffentlichen Diensten standen, schmach- ten jezt in den Zuchthäusern ?

"J^er nu$ für den Bürger, für 'r 'einer Hände Arbeit, sich und leine Familie ernähren muß, ist die theurung auserst drückend. Wenn er 4AbLnCrJtCt) ei.nide ^^fchen mehr be- zahlen labt, als sonst, so kommt doch das, gegen die Theurung aller Dinge, die er zu seiner Leibesnahrung und Norh- durst braucht, nicht in Betracht. Wie viele aber dadurch in Abfall der Nah» rnng kommen, wie viele gänzlich zu Orunde gehen, davon fehen wir überall die traurigsten Beispiele. Ja, wer sich ganz überzeugen will, der lese nur die Avertissements in den L.... Zeitungen, um häufig zu finden, wie sich Bürger, in den Mittel - und Landstädten, die we­der Kaufleute noch Fabrikanten sind, dem Bankrutir - Mandate unterwerfen, ihre Hütte ihren Gläubigern überlassen, um ruit ihren hungrigen Kleinen das Elend zu bauen. So droht dem Bürgerstande allgemeiner Verfall, dieser aber must nothwendig den Verfall des Staats nach stch ziehen.

Theurung macht doppelte Nah­rungssorgen : fortwährende Nahrungs- ^rgen verursachen doppelten Hunger, Hunger macht siech und matt, raubt die Kraft zur Arbeit" und erstickt allen den

Kunsifleis, der nur allein bett Heiterkeit i tobyeitl ganz gedeihen kann.

^a noch mehr: Hunger verleitet endlich nicht nur zu unerlaubten, er zwingt ge­waltsam zu den unnatürlichsten Hand'un- gen, und erzeugt Betrug, Diebstahl Mord und Todschlag, u. " '

. So, wie es nun gewiß ist, daß blos em erhoheter Ackerbau ein Land für wirk­lichem Mangel hinlänglich dekken kann; (m gänzlichen Mißjahren ausgeuom- uien) und, so wie es eben so gewiß ist, daß doch wenigstens die mebresten Ge­genden Deutschlands so kulrivirt sind, um, untereinander, ihren Bewohnern die eisten Lebensbedürfnisse, von Jahr zu ^rahr, hinlänglich zu liefern, eben so ge­wiß scheinet es auch zu feyn, daß als­dann, bey entweder eingebildetem oder wahren Mangel an den ersten Lebensbe- durfnissen, und daher entstehenden auseror- deutlichen theurung derselben, entweder eine zu spat eutdekle und gesteuerte Aus­fuhr derselben in entfernte Lander, oder aber der durch innländische Wucherer und dke.Halsstarrigkeit der Landlcurc sekbsten er künstelte Mangel die einzigen Ursachen sind.

Und dieses leztere ist nun, seit Jah­ren , die Hauptursache der so drükkenden theurung mehr, als das erstere. Wer nur Gelegenheit hat, die Ränke der Land­leute scharf zu beobachten, wird dieses der Wahrheit vollkommen gemäs suchen.'

Dorfwirthe, Dorfschneider, Bier­siedler, auser der Zeit ihrer Kirchweyh- aufwartungen, verdorbene Landkrämer, Dorfbartscheerer, kurz, alle dergleichen Müsigganger erhizzen den Bauern die kalten Köpfe nach qrofem Gewinst durch vorgespiegelten Mangel , selbst bey den vollesten Scheunen, und sind alsdann, Zum Theil, die Unterhändler bey ihren

Frucht-